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Mikroskopische Aufnahme des Alaunschiefers aus St. Petersburg (Russland). Fluoreszierendes, durch Uran verändertes organisches Material zwischen schwarz erscheinenden Graptolithenresten (h.-M. Schulz, GFZ).

Altes Gestein täuscht Erdölpotenzial nur vor

Gesteine mit dem Potenzial zur Erdölbildung sind häufig reich an Uran. Diesen Umstand machen sich Förderfirmen zunutze, indem sie deren Strahlung über Probebohrungen messen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der GFZ-Sektion Organische Geochemie haben nun zusammen mit dänischen und russischen Kolleginnen und Kollegen herausgefunden, dass sich die radioaktive Strahlung zerstörerisch auf das Gestein und dessen Erdölbildung auswirkt. Das Team entwickelte darüber hinaus eine Methode, den Zerstörungsprozess zu quantifizieren. Diese Erkenntnisse können Erdölfirmen vor verlustreichen Bohrungen bewahren. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Geochimica et Cosmochimica veröffentlicht.

Erdöl entsteht, wenn organisches Material, vor allem Algen, abgelagert und über geologisch lange Zeiträume nach und nach zersetzt wird. Damit ein Erdölvorkommen groß genug ist, um für die Förderung interessant zu sein, muss der Anteil an organischem Material im Ausgangsgestein möglichst hoch sein – das gilt beispielsweise für sogenannten Tonstein, der häufig Erdöllagerstätten speist. Tonstein ist meist gleichzeitig reich an Uran, was sich die Erdölindustrie für ihre Bohrlochmessverfahren zunutze macht. Normalerweise beträgt der Urangehalt in dunklem Tonstein (‚black shale‘) 20 ppm, also 20 Teile pro Million Teile. Besondere Ablagerungsbedingungen können aber Urangehalte bis zu mehreren Hundert ppm erzeugen. Mehr erfahren….

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)