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Bilder von der Polarstern-Expedition ARK XXVII-3 in die zentrale Arktis (Foto: Stefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut)

AWI Forscher nennen Gründe für entschlossenes Handeln

Vom 2. bis 14. Dezember 2018 beraten Minister im Rahmen der UN Klimakonferenz im polnischen Katowice über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Wichtige Diskussionsbasis ist der im Oktober veröffentlichte IPCC Sonderbericht „1,5 °C globale Erwärmung“, der die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Lebewelt thematisiert. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) arbeiten an vielen Fragen zur Auswirkung des Klimawandels. Hier erläutern wir an drei Beispielen aus unserer Forschung, warum entschiedenes Handeln jetzt wichtig ist.

ie Arktis ist die Region der Erde, die sich am stärksten erwärmt. Mittlerweile wird ein Erwärmungstrend beobachtet, der mehr als dreimal so schnell verläuft wie der globale Mittelwert. Konkret heißt das: Verglichen mit dem langjährigen Mittelwert aus den Jahren 1951 bis 1980 stieg die atmosphärische Temperatur in der Arktis um 3,6 °C, während der globale Mittelwert etwa 1 °C über der Durchschnitttemperatur der Jahre 1951 bis 1980 lag. Damit bedeutet ein globales Klimaziel von 1,5 °C bis 2100 für die Arktis schon eine Erwärmung um 5 °C bis 6 °C und damit eine erhebliche Veränderung.

Dadurch reduziert sich auch der Temperaturunterschied zwischen den Polargebieten und den mittleren Breiten schneller als angenommen. Dies hat langfristig eine Verlangsamung des Jet-Streams (Starkwindbänder in 8-12 Kilometern Höhe) und damit eine Zunahme seines wellenförmigen Charakters zur Folge. Dieses Mäandrieren begünstigt die Verschiebung von atmosphärischen Hoch- und Tiefdrucksystemen. Die Folge können stabile Wettersituationen sein (sogenannte Blocking Muster) mit langanhaltenden Hitze- und Trockenperioden, wie wir sie im Sommer 2018 über Westeuropa erlebt haben, oder auch extreme Kaltlufteinbrüche aus der Arktis wie im Winter 2017/18. Mehr erfahren...

 

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)