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Eröffnung des Labors zur Untersuchung von Erzproben für den Analytischen Herkunftsnachweises (AFP) für Rohstoffe in Daressalam mit Tansanias Premierminister Kassim Majaliwa (Foto Mitte) und der tansanischen Ministerin für Bergbau, Angellah Kairuki (links im Bild). Rechts BGR-Laborexperte Timo Gawronski, neben ihm AMGC-Laborant Charles Buteta. Quelle: BGR

BGR eröffnet mit Partnern Afrikas erstes Labor für „Vaterschaftstest“ von Rohstoffen:

Wichtiges Puzzlestück für verantwortungsvolle Rohstoff-Lieferketten zur Begrenzung von regionalen Konflikten

Der Vizepräsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Dr. Volker Steinbach, hat heute (08.06.2018) zusammen mit dem Premierminister der Republik Tansania, Kassim Majaliwa, sowie den Bergbauministerinnen und -ministern weiterer ostafrikanischer Länder im tansanischen Daressalam das erste Labor zur Untersuchung von Erzproben für den Analytischen Herkunftsnachweises (AFP) für Rohstoffe in Afrika eröffnet. Der so genannte „Fingerprint“ wurde von der BGR im Auftrag der Bundesregierung entwickelt, um die Herkunft der mineralischen Rohstoffe Zinn, Wolfram und Tantal aus den Lagerstätten Zentral- und Ostafrikas überprüfen zu können. Jetzt kann erstmals vor Ort mit Hilfe einer geochemischen Laboranalyse – vergleichbar mit einem „Vaterschaftstest“ – transparent nachvollzogen werden, ob ein für den Export bestimmtes Erz tatsächlich aus der angegebenen Mine stammt.
„Damit leisten wir gemeinsam mit unseren afrikanischen Partnern einen wichtigen Beitrag für verantwortungsvolle Rohstoff-Lieferketten zur Begrenzung von regionalen Konflikten“, erklärt BGR-Vizepräsident Steinbach. Der rohstoffreiche Osten der Demokratischen Republik Kongo ist seit Jahren Schauplatz von bewaffneten Auseinandersetzungen. Milizen finanzieren ihren Kampf durch Bedrohung und Erpressung der Bergleute, die die für die Weltmärkte wichtigen Zinn-, Wolfram- und Tantalerze (Coltan) im Kleinbergbau fördern. Sowohl das gewachsene öffentliche Interesse als auch internationale Initiativen der Industriestaaten, wie z.B. der US-amerikanische Dodd-Frank Act oder die OECD-Leitsätze zu Sorgfaltspflichten in Lieferketten für Minerale, führten dazu, dass sich internationale Produzenten zunehmend aus Abbau und Handel in den zentral- und ostafrikanischen Bergbau-Regionen zurückzogen. In der Folge verlor die lokale Bevölkerung wichtige Arbeitsplätze im Kleinbergbau und somit einen erheblichen Teil ihres Lebensunterhaltes. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)