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Vorbereitungen für Nordschweden. Der auf dem Flugplatz in Hildesheim stationierte BGR-Hubschrauber mit einer Flugsonde, die bei Kiruna eingesetzt wird. Quelle: BGR

BGR setzt hochsensitive Flugsonden in Nordschweden ein

Neue Methoden zur Erkundung des größten Untertage-Eisenerzbergwerks der Welt bei Kiruna

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt vom 8. bis zum 22. Oktober 2018 gemeinsam mit der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), der Universität zu Köln, dem Leibniz Institut für Photonische Technologien (IPHT), dem Leibniz Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) und der Firma Supracon AG Hubschraubermessflüge bei Kiruna in Nordschweden durch. Dabei werden zwei für große Erkundungstiefen neu entwickelte Flugsonden eingesetzt, die vom BGR-Hubschrauber in ca. 50 m Höhe über dem Erdboden geschleppt werden. Die Messflüge sollen die größte untertägige Eisenerzmine der Welt in ihrer Tiefenausdehnung räumlich besser erfassen.

Die Flüge finden im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes DESMEX (Deep Electromagnetic Sounding for Mineral Exploration) statt. In diesem Projekt werden semi-airborne Elektromagnetik-Verfahren entwickelt, mit denen Erkundungstiefen von deutlich mehr als 1 km erreicht werden können und die in Zukunft zur Erkundung mineralischer Rohstoffe eingesetzt werden sollen. Das Eisenerzvorkommen in Kiruna ist bisher bis zu einer Tiefe von rund 1.300 Meter abgebaut worden.

Bei den Messflügen in Nordschweden sind zwei verschiedene Flugsonden im Einsatz, die – mit hochempfindlichen Magnetfeldsensoren ausgestattet – abwechselnd an einen Hubschrauber angebracht und über am Boden befindliche Starkstromsender geflogen werden. Dabei werden die Magnetfeldkomponenten aufgezeichnet. Die eine Sonde nutzt speziell adaptierte Induktionsspulen-Magnetometer der Firma Metronix, die andere neu entwickelte SQUID-Magnetometer der Firma Supracon. Die bei Kiruna eingesetzte Erkundungsmethode stellt im Unterschied zu klassischen Explorationsverfahren am Boden eine umweltschonende Alternative dar.

Die neu entwickelten Flugsonden und Auswerteverfahren wurden im Projektverlauf bei mehreren Testflügen in Deutschland auf ihre Praxistauglichkeit geprüft und sind nun gegen Ende der Projektlaufzeit einsatzbereit für die ersten Forschungsmessungen an einem Erzkörper. Das Gebiet bei Kiruna stellt eine sehr gut geeignete Möglichkeit dar, die entwickelten Verfahren anzuwenden.

Assoziierte Partner in Schweden sind das Bergbauunternehmen LKAB Minerals GmbH und die Technische Universität von Lulea. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)