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Abbildung: Christoph Kersten, GEOMAR

Die Ostsee als Zeitmaschine

Plädoyer für die Nutzung des Randmeers als Modellregion für den Weltozean

Erwärmung, Versauerung, Überdüngung und der Verlust von Sauerstoff - das sind nur einige Beispiele von gravierenden Veränderungen, die global in den küstennahen Gebieten aller Ozeane beobachtet oder für die Zukunft erwartet werden. Diese Prozesse spielen sich auch in der Ostsee ab, und zwar ausgeprägter und schneller als in anderen Meeren. Aber sie bietet auch Beispiele, wie negative Trends durch Schutzmaßnahmen gebrochen werden können. In der Fachzeitschrift Science Advances plädiert eine internationale Gruppe von Forschenden, darunter Wissenschaftler des UFZ, unter Leitung des GEOMAR deshalb dafür, die Ostsee als Modellregion für Küstengebiete weltweit zu nutzen.

Auf den ersten Blick scheint die Ostsee für die Ozeanforschung eher uninteressant zu sein. Das Randmeer ist vergleichsweise flach, hat einen niedrigen Salzgehalt und nur eine sehr schmale Verbindung zum Nordatlantik. Doch wie so oft trügt der erste Blick. In der internationalen Fachzeitschrift Science Advances sprechen sich 26 Autorinnen und Autoren aus 21 wissenschaftlichen Einrichtungen in sieben Ländern sogar dafür aus, den Ostseeraum als eine Modellregion für Entwicklungen im Weltozean zu nutzen. "Dieses einzigartige Brackwassermeer kann als eine Art Zeitmaschine dienen, die uns zukünftige globale Entwicklungen besser abschätzen lässt", sagt Prof. Dr. Thorsten Reusch vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, einer der Leitautoren des Artikels. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)