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Gashydrate werden wegen des eingeschlossenen Methans auch als "brennendes Eis" bezeichnet. (Foto: Science Party SO174).

Gashydratforschung: Erweitertes Grundwissen und neue Technologien

Gashydrate sind eisartige Verbindungen aus Wassermolekülen mit Gasen wie zum Beispiel Methan. Sie kommen in großen Mengen in den Kontinentalhängen an den Ozean-Rändern vor und sind aufgrund des eingeschlossenen Methans als potenzielle Energiequelle im Gespräch. Gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium und vom Bundesforschungsministerium hat das am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel koordinierte Verbundprojekt SUGAR in den vergangenen zehn Jahren nicht nur das Grundlagenwissen über Gashydrate deutlich erweitert, sondern auch Technologien rund um Gashydrat-Erkundung und Gashydratproduktion sowie der dazugehörenden Umweltüberwachung entwickelt. Jetzt endet das Projekt mit einer Abschlusskonferenz am Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ).

Bis Ende des 20. Jahrhunderts galten Gashydrate als ein seltenes Kuriosum. Die eisartigen Verbindungen aus Wassermolekülen, die Methan- und andere Gase einschließen, traten zum Beispiel ungewollt in Gaspipelines auf. Erst in den 1990er Jahren wiesen unter anderem deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach, dass die Kontinentalhänge an allen Ozeanrändern große Vorkommen dieses Stoffes enthielten. Neben der reinen Grundlagenforschung stand sehr bald auch die Frage im Raum: Kann das Methan aus den Hydraten als Energierohstoff genutzt werden?

Deutschlands Küsten grenzen nur an Randmeere, die zu flach für die Bildung von Gashydraten sind. Sollten Gashydrate also eine wirtschaftliche Bedeutung erlangen, könnte Deutschland nur als Technologielieferant an diesem Markt teilhaben. Daher förderten das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesforschungsministerium ab 2008 das Verbundprojekt „Submarine Gashydrat-Lagerstätten“ (SUGAR). In dieser Woche endet es nach fast zehn Jahren mit einer Abschlusskonferenz am Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ). „Das SUGAR-Konsortium hat in dieser Zeit viel erreicht: Das Wissen über Gashydrate im Meeresboden deutlich erweitert und Technologien entwickelt, die jetzt weltweit nachgefragt sind“, sagt Projektkoordinator Matthias Haeckel vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)