Inhalt

GFZ

Gletschersee stürzt talwärts

Ein internationales Forschungsteam hat erstmals den Ausbruch eines Gletschersees im Himalaya mit Seismometern aufgezeichnet. Die Erdbebenmessgeräte waren nach dem katastrophalen Ghorka-Beben in Nepal im April 2015 installiert worden. In einer Studie, die im Fachmagazin Science veröffentlicht wird, schreiben die Autorinnen und Autoren, dass derartig massive Hochwasserereignisse die Erosionsraten stärker beeinflussen als die jährlichen Monsunregenfälle.

Eine verheerende Wand aus Wasser wälzte sich am 5. Juli 2016 durch das Tal des Bhotekoshi / Sunkoshi Flusses in Nepal. Sie kam aus einem See, der von einer Gletschermoräne gestaut wurde. Der natürliche Damm brach und mehr als 100.000 Tonnen Wasser auf einmal stürzten talwärts. Ein internationales Team von Forschenden hat dieses Ereignis mit Seismometern aufgezeichnet. Die Erdbebenmessgeräte waren nach dem katastrophalen Ghorka-Beben im April 2015 installiert worden. Es ist das erste Mal, dass so eine Sturzflut mit Seismometern in so hoher Auflösung aufgezeichnet wurde. In einer Studie, die in Science veröffentlicht wird, schreiben die Autorinnen und Autoren, dass derartig massive Hochwasserereignisse die Erosionsraten stärker beeinflussen als die jährlichen Monsunregenfälle. Der Grund ist, dass die Wassermassen große Felsblöcke und grobe Sedimente mobilisieren, die normalerweise das Flussbett schützen. Während der Monsunzeit werden dagegen nur feinere Sedimente und Kieselsteine stromabwärts transportiert - nicht genug, um Erdrutsche und massive Erosion auszulösen. "Die Erosionsraten können stark von nicht-klimatologischen Faktoren wie Erdbeben beeinflusst werden“, schreiben die Forschenden in ihrer Arbeit. Hinzu kommen klimatische Faktoren, die die Größe und Verteilung der Gletscherseen beeinflussen. Mehr erfahren...

Kontextspalte

Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)