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Masao Iwai, Kochi University, Japan, und Anna Ruth Halberstadt, University of Massachusetts, USA, untersuchen einen der Sedimentkerne, die das US-Bohrschiff "Joides Resolution" im Rahmen des internationalen Meerestiefbohrprogramms in der Amundsensee erbohrte. Bild: IODP/ECORD/Vivien Cumming

Gute Ausbeute trotz schlechter Bedingungen

Vor knapp drei Wochen ist das US-amerikanische Bohrschiff "Joides Resolution" von einer Expedition in die antarktische Amundsensee in den chilenischen Hafen Punta Arenas zurückgekehrt. Die Expedition im Rahmen des Internationalen Meerestiefbohrprogramms IODP erbohrte Sedimentkerne in der dortigen Tiefsee, um die Geschichte des Westantarktischen Eisschildes genauer zu untersuchen. Auf der Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union (EGU) in Wien gab Fahrtleiter Karsten Gohl vom Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut einen Expeditionsbericht.

Die Arbeitsbedingungen waren wohl alles andere als ideal in diesem antarktischen Sommer. "Die Eissituation war ziemlich schlecht, schlechter als in vielen der vergangenen zehn Jahre, dadurch konnten wir nur an zwei Stellen bohren", berichtete AWI-Geophysiker Karsten Gohl auf der EGU-Jahrestagung in Wien. Gohl ist erst vor wenigen Tagen aus dem pazifischen Sektor der Antarktis zurückgekehrt, wo er ein aufwendiges internationales Meerestiefbohrprojekt geleitet hat. Mit dem amerikanischen Bohrschiff "Joides Resolution" hatten Gohl und Wissenschaftler aus elf Staaten in den Tiefseeboden der Amundsensee gebohrt, rund 700 Kilometer von der Eiskante entfernt und in rund 4000 Metern Wassertiefe.

Eine ungewöhnlich hohe Zahl von Eisbergen passierten das Operationsgebiet der "Joides Resolution". "Als wir den Eisberg an uns vorbeidriften sahen, waren wir alle noch aufgeregt und haben ihn fotografiert, aber nach ein paar Dutzend wurde es etwas langweilig", berichtete Team-Mitglied Vivien Cumming. Die Eisberge waren auch der Grund, warum die Wissenschaftler nicht alle Ziele erreicht haben. "Die Joides Resolution hat zwar einen verstärkten Rumpf, aber wir durften kein Risiko eingehen", so Gohl. Wann immer also ein Eisberg in die Sicherheitszone des Schiffes eintrat, mussten die Bohrarbeiten angehalten werden, um bei Bedarf schnell aus dem Weg fahren zu können. "Wir hatten ungefähr 50 Prozent Stillstandszeit", berichtete der Geophysiker aus. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)