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Kohlekraftwerk Belchatow in Polen. Foto: Thinkstock

Klimaplan für Deutschland und Europa: Ökonomen schlagen CO2-Preisreform vor

Die UN-Umweltagentur hat sich vor wenigen Tagen für eine internationale grüne Steuer-Reform stark gemacht – jetzt haben Ökonomen direkt vor dem Start des Klimagipfels im polnischen Kattowitz ein neues Konzept für eine CO2-Preisrefom in Deutschland und Europa vorgelegt. Das Magazin SPIEGEL hat hierüber am Wochenende vorab groß berichtet. Gemeinsam entwerfen der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt vom RWI Essen und Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sowie des Mercator Research Institute for Global Commons and Climate Change (MCC), Eckpunkte für einen marktwirtschaftlichen Weg raus aus der Kohle. Der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 soll teurer werden, zugleich aber die Stromsteuer billiger. Ein sozial gerechter und effizienter Übergang zu nachhaltigem Wirtschaften ist möglich, so die Professoren, die beide zur Leibniz-Gemeinschaft gehören. Würde der Ausstoß von Treibhausgasen hingegen nicht gemindert, so drohen ökonomische Klimaschäden ungekannten Ausmaßes.

„Wir wollen die Steuerlast nicht erhöhen, sondern nur anders verteilen,“ sagt Ottmar Edenhofer im SPIEGEL. „Heute besteuern wir zum Beispiel das vergleichsweise weniger klimaschädliche Erdgas viel höher als Heizöl. Mit solchem Unfug wollen wir Schluss machen und künftig alle Energieträger einheitlich nach ihrem CO2-Gehalt mit Abgaben belegen. Und noch etwas gehört zu unserem Konzept: Was der Staat zusätzlich einnimmt, gibt er eins zu eins wieder an Wirtschaft und Verbraucher zurück.“ Dabei setzen die beiden Ökonomen darauf, dass Deutschland den Klimaplan gemeinsam mit einer Pionier-Koalition anderer europäischer Länder umsetzen könnte – insbesondere Frankreich setzt sich stark für eine wirksame CO2-Bepreisung ein, aber auch die Niederlande und skandinavische Länder haben das Thema erkannt. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)