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Die Kreidefelsen von Rügen auf der Halbinsel Jasmund. Bild: GFZ/Michael Dietze

Kreidefelsen bröckelten unter Beobachtung

An den Steilküsten der Welt ist mit eigenen Augen zu sehen, wie die Erosion die Erdoberfläche verändert. Steinschläge und Felsrutsche gehören hier zum Alltag. Das Beobachtungsnetzwerk des Deutschen Geoforschungszentrums an den berühmten Kreidefelsen von Rügen hat dort in den vergangenen 14 Monaten 50 größere Abbrüche gezählt. Jetzt wurde das Observatorium – vorerst – abgebaut und Bilanz gezogen.

Zum Jahreswechsel krachte es auf Rügen besonders laut. Gleich mehrfach lösten sich an der berühmten Steilküste der Halbinsel Jasmund zwischen Sassnitz und dem Königsstuhl Teile der Kreidefelsen und polterten mit viel Getöse ins Meer. "Da kamen innerhalb von wenigen Tagen zwölf Ereignisse runter", berichtet Michael Dietze, Geomorphologe am Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ). Am Ende lagen rund 6000 Kubikmeter Kreidefelsenschutt auf dem schmalen Strandstreifen, der im Sommer so gern von Touristen besucht wird.

Der Felsrutsch war der größte, den Dietze und seine Kollegen vom GFZ in den 14 Monaten beobachteten, in denen sie im Nationalpark Jasmund ein Kliff-Observatorium betrieben. Von März 2017 bis Mai 2018 hatten die Geowissenschaftler vier Seismometer und eine sogenannte seismische Antenne entlang der rund neun Kilometer Steilküste installiert, um die Steinschläge und Felsstürze an dem Touristenmagnet zu protokollieren.  "In den 14 Monaten gab es 50 Ereignisse", so die Bilanz des GFZ-Mitarbeiters, der derzeit an der Datenauswertung sitzt. Augenzeugen meldeten im selben Zeitraum dagegen nur rund zehn Rutschungen. Mehr erfahren...

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