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Blick in die Kammer der Höhle von Sanxing, Guizhou, aus der der Stalagmit stammt. Bild: Nature/ Chuan-Chou Shen

Magnetfeld wechselte Richtung in nur 200 Jahren

Ein Tropfstein aus dem Südwesten Chinas hat einen rapiden, aber zeitlich begrenzten Umschlag des Erdmagnetfeldes vor 98.000 Jahren aufgezeichnet. In den Abhandlungen der US-Akademie der Wissenschaftler berichtet ein chinesisch-australisches Team über ihren Fund.

Das Erdmagnetfeld ist offenbar zu radikalen Umschwüngen innerhalb von einigen Jahrzehnten fähig. In den Abhandlungen der US-Akademie der Wissenschaften berichten Wissenschaftler aus China und Australien von einer Umkehrung der Feldausrichtung innerhalb von höchsten 200 Jahren. "Das ist mehr als zehn Mal schneller als man bisher annahm", erklärte Hauptautor Chuan-Chou Shen von der taiwanischen Nationaluniversität in Taipeh gegenüber "Newsweek".

Bislang war man davon ausgegangen, dass der Polaritätswechsel mindestens viele Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende beanspruchte. Hinweise auf wesentlich höhere Wechseltempi hatten sich nicht erhärten lassen. Die Umpolung war nicht von langer Dauer: Innerhalb von wenigen Jahrzehnten sprang laut Shens Daten das Magnetfeld wieder zurück in seine Normalausrichtung, allerdings setzte eine ausgedehnte Schwächephase ein, in der Ausrichtung und Stärke des Feldes heftig schwankten. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)