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Istanbul und im Hintergrund die Prinzeninseln, auf dnen sich das Bohrlochobservatorium GONAF befindet (Foto: M. Bohnhoff, GFZ).

Mikrobeben-Serie vor einem Erdbeben in der Nähe von Istanbul als Frühwarnzeichen?

Eine der gefährlichsten geologischen Strukturen liegt in der Nähe von Istanbul, einer Millionenstadt mit 15 Millionen Einwohnern. Die nordanatolische Verwerfung trennt die eurasische und die anatolische tektonische Platte auf einer Länge von 1.200 Kilometern zwischen der östlichen Türkei und der nördlichen Ägäis. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben Starkbeben mit Magnituden stärker als 7 dort mehr als 20.000 Tote gefordert. Der Bereich unterhalb des Marmara-Meeres südlich von Istanbul ist der einzige Bereich der gesamten Plattengrenze der seit über 250 Jahren kein Starkbeben mehr generiert hat und demzufolge überfällig für ein Erdbeben der Magnitude bis zu 7.4.

In einer neuen Studie, die von Peter Malin und Marco Bohnhoff vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ geleitet wurde, berichten die Autoren über die Beobachtung von Vorläufer-Ereignissen, die bei entsprechender Analyse und mit Echtzeit-Verarbeitung möglicherweise die Frühwarnzeit vor einem großen Erdbeben von nur wenigen Sekunden auf bis zu mehreren Stunden verlängern könnten. Die Autoren schränken jedoch ein: „Die Ergebnisse basieren bisher nur auf einem – wenngleich ermutigenden – Feldbeispiel für eine Erdbebenvorbereitungssequenz, die typischerweise aus kontrollierten und reproduzierbaren Gesteinsdeformationsexperimenten im Labor bekannt ist“, sagt Marco Bohnhoff.

Die Studie von Malin, Bohnhoff und Kollegen des türkischen Katastrophenschutzes AFAD nutzt Wellenformendaten aus dem kürzlich errichteten Bohrlochobservatorium GONAF. GONAF überwacht die Erdbebenzone vor Istanbul und detektiert auch Erdbeben von geringer Magnitude. So zeichnete es eine Reihe von Mikrobeben auf, die vor einem Erdbeben der Stärke 4,2 im Juni 2016 südlich von Istanbul stattfanden. Das 4,2-er Beben war das größte lokale seismische Ereignis seit Jahren, denn dort sind die Erdplatten verhakt und bauen so seit 1766 –dem letzten Starkbeben dort- kontinuierlich Spannung auf.

In der neuesten Ausgabe von Scientific Reports werden seismische Daten aus dem GONAF-Observatorium mit neuartigen Auswertealgorithmen analysiert. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)