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Der Polder Zarnekow an der Peene im November 2015.

Moore als Klimasünder

Die Renaturierung von ehemaligen Mooren gilt unter anderem als eine wichtige Maßnahme im Klimaschutz, denn die Feuchtgebiete binden ungeheure Mengen an Kohlenstoff. Langzeitmessungen an wiedervernässten Mooren in Mecklenburg-Vorpommern zeigen jetzt allerdings, dass diese erst einmal gewaltige Mengen an Kohlendioxid und Methan freisetzen. Auf der Jahrestagung des Helmholtz-Forschungsverbundes Regionale Klimaänderungen in Potsdam wurde über das Messprogramm berichtet.

Moore sind von allen Bodenformen offenbar die besten Kohlenstoffsenken. Obwohl sie nur drei Prozent der festen Erdoberfläche ausmachen, ist in ihnen 25 Prozent des organischen Kohlenstoffs gespeichert. Damit enthalten sie zum Beispiel doppelt so viel wie alle Wälder dieser Welt. Dumm nur, dass die Menschheit seit Jahrhunderten die Moore trockenlegt, um mehr Acker- oder Weideland zu gewinnen. So sind in Deutschland nach Angaben der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege seit Beginn der Industrialisierung 260.000 Hektar von ehemals 1,67 Millionen Hektar Moorfläche komplett verschwunden. Von den verbliebenen 1,41 Millionen Hektar ist nur ein kleiner Teil wirklich intakt. Eine Erhebung in den Regenmooren, die nur durch Niederschläge gespeist werden, hat einen Anteil der intakten Moore von 19 Prozent  ergeben. Je stärker das Moorbiotop allerdings verändert ist, desto geringer ist seine Kohlenstoffspeicherfähigkeit. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)