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Taucher birgt im Meer treibend Mülltonne vor Fiji. (Foto: Thomas Ronge)

Müll im Meer „Wir brauchen fundamentale Veränderungen“

AWI-Experten zu EU-Verbot von Einweg-Plastik

Die Ozeane stellen das größte zusammenhängende Ökosystem der Erde dar und umfassen die exotischsten Lebensräume. Aber selbst auf dem Meeresboden der arktischen Tiefsee, im Meereis oder an den Stränden abgelegener Inseln finden wir mittlerweile große Mengen von Müll. Daher ist es gut und wichtig, dass die EU Maßnahmen zur Verringerung des Müllaufkommens in den Ozeanen ergreift. Beim Plastik anzusetzen ist folgerichtig, da Kunststoffe rund drei Viertel des gesamten Mülls in den Meeren ausmachen. Ein Fokus auf Einwegprodukte wie Strohhalme, Wattestäbchen und Einweggeschirr erscheint zunächst sinnvoll, da sie in vielen Meeresgebieten einen auffälligen Anteil an dem gesamten Müllvorkommen haben. Vor allem aber ist eine Verschmutzung der Meere mit solchen Einwegprodukten, die leicht zu ersetzen wären, völlig unnötig. Daher ist es richtig, die massenhafte Herstellung von Produkten, die nach einmaliger Nutzung nicht mehr zu gebrauchen sind, rigoros zu reglementieren.

Ein Abschied von Einweggeschirr und Plastikstrohhalmen ist vergleichsweise einfach. Für einen wirklich effizienten Beitrag gegen die Verschmutzung der Meere müssen wir uns jedoch die Frage stellen, ob wir damit weit genug gehen. Wir wissen mittlerweile, dass neben den Einwegprodukten vor allem die exzessive Herstellung und Verwendung von Verpackungen maßgeblich zu der Verschmutzung der Meere beiträgt. Auch wissen wir, dass zahlreiche weniger offensichtliche Quellen zu der Verschmutzung der Meere mit Kunststoffen beitragen. Hier sind neben vielen anderen Beispielen der Reifenabrieb von Kraftfahrzeugen und die Freisetzung von Mikrofasern aus synthetischer Kleidung beim Waschen zu nennen. Auch stehen wir vor dem Dilemma, dass wir eine ständig wachsende Erdbevölkerung ernähren müssen, gleichzeitig aber die industrielle Fischerei nicht nur die weltweiten Fischbestände dezimiert, sondern durch den Verlust von Fanggeschirr und Ausrüstung auch massiv zur Verschmutzung der Meere beiträgt. Und schließlich müssen wir berücksichtigen, dass sich zwar rund 75 bis 80 Prozent des Mülls in den Meeren aus Kunststoffen zusammensetzt, der gesamte Rest – bestehend aus Glas, Metall und anderen Materialien – bis heute insgesamt aber auch einen Umfang von geschätzt 50 Millionen Tonnen erreicht hat. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)