Inhalt

Sonnenuntergang während des Ausbruchs von El Chichon in Mexiko im Frühjahr 1982. Bild: Wikimedia/Neil M. Watt/CC BY-SA 4.0

Nebenwirkungen unbekannt

In Kattowitz haben die versammelten Delegierten der 24. UN-Klimaschutzkonferenz immerhin eine "Gebrauchsanweisung" verabschiedet, wie die Reduktionsziele in Sachen Treibhausgase erreicht werden können. Am grundsätzlichen Problem ändert das Ergebnis jedoch nichts: Die Reduktionen sind vermutlich zu niedrig angesetzt, um das eigentliche Ziel zu erreichen, nämlich die Klimaerwärmung auf 1,5 oder auch nur zwei Grad zu begrenzen. Die Diskussion um die direkten Eingriffe ins Klimasystem, die als Geoengineering bezeichnet werden, wird daher anschwellen. Selbst mittelfristig ist von solchen Eingriffen allerdings keine Hilfe zu erwarten. Die notwendige Erforschung der Wirkungen und Risiken ist erst angelaufen.

Die Staatengemeinschaft der Erde scheint in Sachen Klimaschutz ihre eigenen Deklarationen weiterhin nicht wirklich ernst nehmen zu wollen. Obwohl kein UN-Treffen zum Thema vergeht, ohne dass das hehre Ziel beschworen wird, die globale Mitteltemperatur bis 2100 um höchstens 1,5 oder seit neuestem zwei Grad zu erhöhen, sind die konkret vereinbarten Schritte erkennbar unzureichend. "Selbst wenn alle Staaten ihre unter dem Pariser Abkommen geleisteten Versprechen zur Verminderung der Treibhausgasemissionen einhalten, gehen wir in Richtung drei Grad", sagte Mark Lawrence, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Transformative Nachhaltigkeitsforschung IASS in Potsdam, am Rande der COP24-Konferenz in Kattowitz.

Kein Wunder also, dass die Suche nach einem Plan B verstärkt wird. Sollte es nicht gelingen, das Problem an der Wurzel, also am menschgemachten Ausstoß, zu packen, kann man möglicherweise den Schaden reparieren oder zumindest die Symptome mildern. Beide Ausweichstrategien werden als Geoengineering zusammengefasst. Die Reparaturmaßnahmen zielen darauf ab, Treibhausgase in großem Stil wieder aus der Atmosphäre zu entfernen. Die Symptombehandlung, die am stärksten diskutiert wird, ist das Strahlungsmanagement. Damit will man die Erdatmosphäre gegen einen Teil der Sonnenstrahlung abschirmen und so zumindest den Temperaturanstieg verringern. Alle anderen Effekte des steigenden CO2-Gehalts der Atmosphäre wie etwa die Versauerung der Ozean blieben unbeeinflusst. Mehr erfahren...

Kontextspalte

Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)