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Schätze aus der Eiseskälte

Natürliche Tenside, wie sie Bakterien in extremer Kälte produzieren, haben ein großes wirtschaftliches Potenzial. Sie könnten Waschmittel „grüner“ machen, als Biodiesel-Zusatz dienen oder sogar helfen, Umweltverschmutzungen in eisigen Meeren zu beseitigen. Das ist das Ergebnis eines Übersichtsartikels in der Fachzeitschrift „Trends in Biotechnology“, der am 7. Februar erscheinen wird. Erstautorin des Artikels ist Amedea Perfumo von der Sektion Geomikrobiologie am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam.
Biotenside „haben ein außerordentliches Potenzial“, sagt Amedea Perfumo, denn sie seien umweltverträglich und ihre Produktion sei kostengünstig, da sie mithilfe von Abfallprodukten aus der Olivenölherstellung erzeugt werden könnten. Und sie funktionieren in geringeren Konzentrationen als künstliche Tenside. Die Tenside der extremophilen Bakterien haben darüber hinaus noch eine Besonderheit: Sie wirken auch in Eiseskälte.
In ihrer natürlichen Umgebung nutzen die Bakterien die eigenen Tenside, um aus den Substraten, auf denen sie leben, ihre Nahrung als leicht verdauliche Tröpfchen zu lösen. Die Kältebeständigkeit und die zersetzenden Eigenschaften der Biotenside aus Polarregionen eröffnen enorme den Autorinnen und Autoren zufolge Nutzungsmöglichkeiten: Biodiesel beispielsweise dickt bei tiefen Temperaturen ein. Ein Additiv aus Biotensiden könnte den Treibstoff auch bei tiefen Minusgraden flüssig halten. Waschmittel könnten auch bei tieferen Temperaturen wirksam sein oder Erdgas könnte aus Kristallstrukturen (Gashydraten) gelöst werden. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)