Inhalt

Schmelzendes Grönlandeis veränderte Ozeanströmung

Was passiert, wenn im Zuge der globalen Erwärmung das Inlandeis in Grönland weiter schmilzt? Ein Blick in die Vergangenheit der Erde kann Hinweise auf mögliche Antworten liefern. Ein deutsch-niederländisches Forscherteam hat jetzt im Meeresboden des Nordatlantiks Belege für eine Veränderung der Ozeanzirkulation in einer Warmphase vor rund 400.000 Jahren gefunden. Wie das Team jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Scientific Reports schreibt, war damals wahrscheinlich Schmelzwasser aus Grönland die Ursache der Veränderung.

Aus aktuellen Beobachtungsdaten lassen sich deutlich Zeichen eines globalen Wandels ablesen. Das Jahr 2016 erreichte eine neue Rekordmarke bei den globalen Durchschnittstemperaturen, die Eisbedeckung der Arktis wird seit Jahren immer kleiner und das grönländische Inlandeis verliert ebenfalls an Volumen. Doch was bedeuten diese Entwicklungen für die Zukunft? Um diese Frage zu beantworten, vergleicht die Wissenschaft unter anderem die heutige Situation mit Epochen der Erdgeschichte, die ähnliche Entwicklungen durchgemacht haben. Eine davon ist ungefähr 400.000 Jahre her und heißt in der Fachsprache MIS11 (Marine Isotopic Stage 11). Zwischen zwei Eiszeiten erwärmte sich die Erde damals für rund 30.000 Jahre lang so stark, dass Grönland zu großen Teilen eisfrei war und der Meeresspiegel vermutlich um 6 bis 13 Meter höher lag als heute.

Bild links: Salzgehalt und Temperatur entlang des Schnittes durch den Nordatlantik für Interglazial und Kaltzeit (Grafik: E. Kandiano, Homepage GEOMAR).
Mehr erfahren: 

Kontextspalte

Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)