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Wie explosiv ist die Ägäis?

Viele Reiseprospekte bewerben die Inselgruppe Santorin in der südlichen Ägäis als mediterranes Urlaubsidyll. Gleichzeitig sind die Inseln und der Meeresboden davor jedoch Zeugen von gewaltigen Vulkanausbrüchen und starken seismischen Kräften. Meereswissenschaftlerinnen und Meereswissenschaftler aus Deutschland und Griechenland untersuchen derzeit mit dem Forschungsschiff POSEIDON des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel die Region um Santorin, um das Wissen über die Gefahren des Vulkanismus dort zu erweitern.

Poseidon ist in der griechischen Mythologie der Gott des Meeres. Wenn er seinen Dreizack in die Erde stößt, lässt er sie erbeben und verursacht verheerende Flutwellen. So erklärten sich die Menschen des antiken Griechenlands immer wieder auftretende Naturkatastrophen in der Ägäis. Heute kennen wir die Gründe genauer: Die afrikanische Erdplatte schiebt sich mit einer Geschwindigkeit von rund vier Zentimetern pro Jahr unter die Ägäische Mikroplatte und verursacht so Vulkanismus, Erdbeben und als Folge von beidem auch Tsunamis. Doch im Detail sind noch viele Fragen über die Prozesse im Meeresboden offen.

Um einige dieser Wissenslücken zu schließen, ist derzeit das nach dem mythologischen Gott benannte Forschungsschiff POSEIDON des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel im Gebiet der südlichen Kykladen im Einsatz. Nach einer ersten erfolgreichen Expedition wechselt heute die wissenschaftliche Crew in Heraklion (Kreta), bevor die POSEIDON morgen erneut Richtung Santorin ausläuft.

Bild links: Das AUV ABYSS hat in den vergangenen drei Wochen Meeresboden in der südlichen Ägäis kartiert, um mehr über den Vulkanismus der Vergangenheit zu erfahren (Foto: Sven Petersen, GEOMAR).
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