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Seite des DGGV-Vorsitzenden

Wort des Präsidenten

März 2019

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mein letzter GEOlobby-Beitrag hat mit den Worten geendet „Traditionen bleiben nicht in Erinnerung, wenn sie nicht beständig mit Erneuerung gepaart werden.“ Die Frage bleibt, wie kann man Erneuerung angehen und was macht eine Mitgliedschaft in der DGGV attraktiv? Ich möchte heute zwei solcher Aspekte ansprechen:

Zum einen ist es die Frage der Kommunikation. Wir müssen unseren Beitrag dazu leisten Brücken zu bauen zwischen akademischen Institutionen, Grossforschungseinrichtungen, Industrie, Politik und auch der Öffentlichkeit. Eines unserer wichtigsten Instrumente dazu ist die stets beliebter werdende Jahrestagung die am 22-26. September 2019 in Münster stattfindet (www.GeoMuenster2019.de). Ich möchte Sie alle dazu auffordern auch dieses Jahr wieder die Gelegenheit zu nutzen, dieses Treffen zu einem – besser vielleicht – dem jährlichen „Networking Event“ der Geowissenschaften im deutsch-sprachigen Raum zu machen. Das letztere ist sicherlich eines unserer Ziele.

Mein Dank geht deshalb an das Organisationskommittee um Prof. Heinrich Bahlburg am Geologischen und Paläontologischen Institut in Münster, die ein attraktives Programm um das Thema „Earth – Past, Present and Future“ herum aufgebaut haben. Ich hoffe, Sie machen von diesem Angebot Gebrauch und wir sehen uns dort.

Zum anderen ist es der Aspekt der Kollaboration. Die Digitalisierung hat und wird noch weiter vieles verändern. Auch die DGGV muss sich dieser Fragestellung widmen. Ein Beispiel dazu ist Geodatenmanagement, ein sich rasant entwickelnder Bereich, in dem die Geowissenschaften mit ihren enormen Datenmengen eine grosse Herausforderung sehen. Durch die stets grösser werdenden Volumen („Big Data“), müssen neue, gemeinsame Lösungen zu Fragen um Speicherung, Format-Standardisierung, Suche, Verfügbarkeit und Arbeitsabläufe erarbeitet werden, die alle Bereiche der Geowissenschaften betreffen. Sie betreffen gleichzeitig auch weite Teile unserer Gesellschaft und sind abhängig von politischen Entscheidungen. Deshalb sind diese Fragestellungen nur lösbar durch eine enge Kollaboration zwischen Geowissenschaften (Grossforschungseinrichtungen und Universitäten), Politik (Bund und Länder), Industrie und IT Fachleuten (Cloud und Datenspezialisten). Ziel ist es diese verschiedenen Gruppen an einen Tisch zu bringen um den Status Quo and Lösungsvorschlage zu diskutieren. Sicher keine einfache Aufgabe zukunftsfähige Lösungen zwischen diesen Institutionen auszuarbeiten - DGGV und der Dachverband können dabei eine vermittelnde Rolle spielen. Technologischer Fortschritt hängt entscheidend von einer solchen Lösung ab.

Dies macht ein weiteres Ziel deutlich: Es muss uns gelingen, den Geowissenschaften den adäquaten Stellenwert in der Mitte unserer Gesellschaft zu geben, den ich für unabdingbar halte. Ich möchte Sie bitten daran mitzuarbeiten, denn es Bedarf unser aller Zusammenarbeit.

Glückauf

 Ihr

Jürgen Grötsch


 

Dezember 2018

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

1848 haben sich erstmals Geowissenschaftler im deutsch-sprachigen Raum in einer Gesellschaft vereinigt. Ihre Ziele waren es, dem Studium der Geologie allgemeinere Verbreitung und

neuen Aufschwung zu geben und "die verstreut wirkenden Kräfte zu gemeinsamer Tätigkeit zu

sammeln".

Im Dezember 2018 jährt sich dieses Ereignis zum 170. mal, doch die Wichtigkeit eines solchen Zusammenschlusses hat an Bedeutung nicht verloren. Im Gegenteil, Kollaboration ist heute noch gefragter und weitreichender als es die Gründerväter Leopold von Buch und Alexander von Humboldt wohl für möglich hielten. Nicht zuletzt, weil Sprache in der Wissenschaft heute keine Grenze mehr darstellt und die technologischen Entwicklungen, wie etwa im Bereich der Digitalisierung ungeahnte Möglichkeiten erzeugt haben. Tradition verpflichtet heißt es, aber dieses Prinzip muss einher gehen mit Erneuerung und dem Ansatz, diese neuen Möglichkeiten auszuschöpfen – nur so werden sich Traditionen langfristig erhalten.

Ein Beispiel von erfolgreicher Kollaboration war die DGGV Jahrestagung am 2-6. September 2018 in Bonn die gemeinsam mit der DMG und der PalGes unter der Schirmherrschaft der DVGeo von den Mitarbeitern und Studenten vom Steinmann Institut der Universität Bonn organisiert wurde. Herzlichen Dank dafür an alle Beteiligten! Auch die anwesenden Fachsektionen der DGGV und der Kollegen aus der Geophysik haben zu einem breitgefächerten Programm beigetragen, das sich stimulierend auf inter-disziplinäre Zusammenarbeit ausgewirkt hat. Der Rahmen der Bonner Jahrestagung hat gezeigt, wie wichtig solche Veranstaltungen sind, um jungen Geowissenschaftlern eine Möglichkeit zu bieten, ihre beruflichen Netzwerke zu entwickeln und auszubauen – ein großer Vorteil gegenüber der Anonymität heute oft üblicher Megatagungen. Die jährlich, im September stattfindende DGGV Tagung hat sich in eine unersetzliche Institution entwickelt und freut sich zunehmender Beliebtheit im In- und Ausland, was auch anhand der eingegangenen Vorschläge für die Tagungsorte der folgenden Jahre ersichtlich ist – ein erfreulicher Trend.

Eine neue „alte“ Aufgabe wird es sein, die Außenwirkung der Geowissenschaftlichen Vereinigungen zu verstärken. Nur so können wir uns als Ansprechpartner für geo-relevante Fragestellungen unserer Zeit etablieren. Derer gibt es viele, angefangen vom Klimawandel, bis hin zu neuen Energiekonzepten, Zukunftssicherung der globalen Wasserversorgung, Endlagerung von Abfällen, Rohstoffsicherung oder Georisikoanalyse, Wir müssen sicherstellen, dass die Antworten der Politik darauf auf geowissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

Ich bedanke mich sehr herzlich für das, von Ihnen bei der DGGV Vorstands- und Beiratswahl 2018 ausgedrückte Vertrauen und natürlich auch, bei allen Gewählten, die sich bereit erklärt haben, an der Weiterentwicklung der DGGV und der Geowissenschaftlichen Gesellschaften im Zentrum Europas mitzuwirken – nur durch eine wirksame Kollaboration wird es gelingen, den Geowissenschaften den adäquaten Stellenwert in der  Mitte unserer Gesellschaft zu geben. Dies ist eine Notwendigkeit für Analyse und Bewältigung wichtiger Fragestellungen unserer Zeit. Wir sollten dabei die 1848 gesetzten Ziele nicht aus den Augen zu verlieren.

Im Namen der DGGV bedanke ich mich bei Prof. Jan Behrmann, seinen Vorgängern und allen Mitwirkenden in der Gesellschaft für ihr Engagement. Sie haben die Weiterentwicklung der Gesellschaft in den letzten Jahren mit großer Kompetenz und Beharrlichkeit vorangetrieben – Chapeau! Gleichzeitig soll dies auch ein Appell sein, dass wir uns nicht zurücklehnen können, denn Traditionen bleiben nicht in Erinnerung, wenn sie nicht beständig mit Erneuerung gepaart werden. Dazu möchte ich gerne meinen Beitrag leisten und freue mich auch auf Ihre Vorschläge, kontinuierliche Erneuerung einen Teil unserer anstehenden, gemeinsamen Aufgaben zu machen.

Mit besten Grüßen

Ihr

Jürgen Grötsch

Kontextspalte

Präsident Dr. Jürgen Grötsch