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Seite des DGGV-Vorsitzenden

Wort des Präsidenten

Liebe Mitglieder der DGGV,

Mente et malleo – mit Geist und Hammer und sonst nichts: so stellen sich auch heute noch viele unserer Landsleute die geologisch Forschenden vor. Vielleicht ähnlich wie die in die Betrachtung der Natur versunkene Gestalt in dem Gemälde „Der Geologe“ von Carl Spitzweg. Spitzwegs Bild ist eine durch und durch spätromantische Darstellung eines wissenschaftlich Schaffenden, die aber schon bei ihrer Entstehung in den sechziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts überhaupt nicht mehr zeitgemäß war. Hatten doch bereits bedeutend früher Geowissenschaftler wie James Hutton oder Charles Lyell den Weg zu einem prozesshaften Verständnis von geologischen Vorgängen gebahnt.

Viel weniger bekannt ist die Arbeit von Karl Ernst Adolf von Hoff mit dem Titel „Geschichte der durch Überlieferung nachgewiesenen natürlichen Veränderungen der Erdoberfläche“, erschienen in fünf Bänden in Gotha in den Jahren 1822 bis 1841, in der er unabhängig und vor Charles Lyell das Aktualitätsprinzip in der Geologie begründete. Der dann von Lyell Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV) vollständig entwickelte Aktualismus bedeutete die Überwindung der Katastrophentheorie in den Geowissenschaften. Ironisch ist, dass im öffentlichen Diskurs und in den Medien beinahe zwei Jahrhunderte später so gut wie jede Veränderung im Erdsystem als „Katastrophe“ apostrophiert wird. Wir waren in unserem Weltverständnis schon einmal weiter, möchte man denken.

In dieser Ausgabe von GMIT finden Sie den Aufruf, sich als Mitglieder der DGGV an den in diesem Sommer stattfindenden Wahlen von Vorstand und Beirat zu beteiligen. Wie bereits 2015 erprobt, kann bei dieser Wahl – neben der Möglichkeit der Briefwahl – vor allem die Abstimmung über das Internet genutzt werden. Diese ist für Sie alle ein sehr praktischer und leichter Weg, die Zusammensetzung der Gremien der DGGV zu bestimmen und damit ihre Arbeit mit zu gestalten. Eine hohe Wahlbeteiligung der Mitglieder kann in diesem Verfah­ren besser erreicht werden und diese erhöht die Legitimation der Gewählten. Die Einzelheiten sind dem auf diesen Seiten ebenfalls abgedruckten Wahlaufruf zu entnehmen. Die Wahlvorschläge des Vorstandes sind erarbeitet worden und seit dem 1. Juni über die Homepage der DGGV www.dggv.de bekannt gemacht.

„Gehen Sie wählen!“ – das rufe ich Ihnen zu. Es ist einfach, bequem und Sie müssen dafür in diesen modernen Zeiten nicht einmal vor die Tür.

Herzlich, Ihr

Jan Behrmann

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Wort des Präsidenten

Liebe Mitglieder der DGGV

Die Vorbereitungen für unsere diesjährige Jahresversammlung nehmen Fahrt auf. Unter dem Motto “Living Earth“ wird die Tagung GeoBonn 2018 vom 2.9. bis 6.9.2018 vom Steinmann-Institut der Universität Bonn ausgerichtet und organisiert werden. Die Tagung ist eine Gemeinschaftsaktivität von DGGV, der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft und der Paläontologischen Gesellschaft, mit einer wissenschaftlichen Beteiligung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft.
“Living Earth“ meint von der wissenschaftlichen Programmatik her eine Auseinandersetzung mit den Geoprozessen, die aus unserer Erde erst einen bewohnbaren Planeten gemacht haben. Damit verbunden sind Fragen der Entwicklung des Lebens, aber auch die nach der Wirkungsweise der Plattentektonik, die vor fünfzig Jahren als Theorie unser Verständnis der Dynamik der festen Erde revolutioniert hat, nach den begleitenden Oberflächenprozessen und nach den natürlichen Gefahren und Risiken, die von allen diesen Vorgängen ausgehen. Bei Schließung des “Call for Sessions“ gab es 54 Anmeldungen für Einzelsymposien, die ein breit gefächertes und interessantes Tagungsprogramm versprechen. Weitere Informationen sind unter der Webseite der Tagung (www.geobonn2018.de) erhältlich. Ich rufe Sie alle dazu auf, sich durch Einreichung von Vortrags- und Posterbeiträgen rege an der Gestaltung des Tagungsprogramms zu beteiligen und für sich die Reise nach Bonn Anfang September zu planen. Die DGGV wird dort auch ihre Mitgliederversammlung abhalten, die zu besuchen ich Sie ebenfalls bitte.    
Dieses Jahr ist Wahljahr für die DGGV. Sie als Mitglieder werden dazu aufgerufen sein, im kommenden Sommer einen neuen Vorstand und einen neuen Beirat per Urwahl zu bestimmen. Wie bereits 2015 soll bei dieser Wahl neben der Möglichkeit der Briefwahl vor allem das Mittel der elektronischen Abstimmung genutzt werden. Dieses Verfahren ist gut für die Wahlbeteiligung, denn es erlaubt gegenüber der früheren Praxis zu wählen ohne dabei an den Besuch der Mitgliederversammlung gebunden zu sein. Die Wahlvorschläge des Vorstandes werden in den nächsten Monaten erarbeitet werden und rechtzeitig vor der Wahl über die Homepage der DGGV und über GMIT bekannt gemacht.
Mit der Bitte an Sie, sich selbst aktiv an der DGGV zu beteiligen, uns für die Arbeit gerne und jederzeit Vorschläge zu machen und Menschen in Ihrer professionellen Umgebung für die DGGV zu interessieren und sie als Mitglieder zu werben. Besonders die Hochschullehrer und Hochschullehrerinnen unter Ihnen bitte ich, die Studierenden auf das neue Beitragsmodell hinzuweisen, das einen Einstieg in das Angebot der DGGV zu sehr günstigen Bedingungen möglich macht. In der Hoffnung auf Ihre Unterstützung und einem Glückauf
Ihr
Jan Behrmann

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Wort des Präsidenten

Liebe Mitglieder der DGGV

Vom 25. Bis 27. September fand die Jahrestagung der DGGV in Bremen statt, die wir in diesem Jahr wieder zusammen mit der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft veranstaltet haben. Unter dem Thema “das Erdsystem und seine Materialien – vom Meeresboden bis zum Berggipfel“ wurde ein Programm von wissenschaftlichen Sitzungen geboten in dem es über alle Forschungszweige von Geologie und Mineralogie Interessantes und Neues zu erfahren gab. Wie ein Netz über den Rahmen der Tagung gespannt war eine intelligent ausgewählte Serie von Plenarvorträgen, in denen die Referenten und Referentinnen in sehr anschaulicher und gleichzeitig in die Tiefe gehender Weise den Überblick über das weite Forschungsfeld der Geowissenschaften gaben.
Diese Plenarvorträge sind das Salz in der Suppe einer Tagung. Sie können auch in Zukunft dafür genutzt werden, die Jahrestagungen nicht nur für Insider interessant zu gestalten, sondern auch Mitglieder zum Besuch zu animieren, die von spezialisierten Sitzungen weniger gut anzusprechen sind. Im Gedächtnis bleiben mir vor allem die von Helmut Cölfen über Kristallisation und von Martin van Kranendonk über die ältesten Spuren des Lebens auf der Erde. Im Rahmen des Empfangs in der oberen Rathaushalle des Bremer Rathauses berichtete Sean Gulick  spannend und anschaulich über die Rahmen des International Ocean Discovery Program (IODP) kürzlich vor der Küste von Yucatan (Mexico) vollendete Forschungsbohrung in den Chicxulub-Impaktkrater. Der etwa 66 Millionen Jahre alte Einschlag eines Asteroiden dort wird nach heutigem Verständnis für den großen Faunen- und Florenschnitt am Ende der Kreidezeit verantwortlich gemacht. Die Bohrkerne erlauben nicht nur grundsätzliche Einsichten in die Physik des Impakts, sondern zeigen auch, wie schnell und effizient sich das Leben sich den Schauplatz des Disasters wieder erobert.
In Kürze berichten möchte ich Ihnen auch von der Mitgliederversammlung  2016, die im Rahmen der Tagung am 26. September stattfand. Das Protokoll ist im Anschluss an meine Zeilen in dieser Ausgabe von GMIT abgedruckt. Die versammelten Mitglieder haben sich ausführlich mit der Mitgliederentwicklung der DGGV auseinandergesetzt und Ideen erörtert und entwickelt, wie neue Mitglieder gewonnen werden können. Leitend für die Überlegungen waren die vollständig vorliegenden Ergebnisse der Umfrage des Geowissenschaftlichen Studentischen Erfahrungs- und InteressenNetzwerks (GeStEIN) unter Studierenden im deutschsprachigen Raum. Die Mitgliederversammlung beschloss  dazu einstimmig eine neue Beitragsstruktur, mit der junge Studierende besser als Mitglieder angesprochen werden können, und dies im Rahmen ihrer professionellen Entwicklung auch zu bleiben. Für die Vollmitglieder ist im Rahmen der neuen Beitragsstruktur eine Anpassung nach oben nicht zu vermeiden gewesen. Sie ist nach einer längeren Zeit stabiler Beiträge unbedingt nötig. Sie dient der Erfüllung unserer gegenüber dem DV-Geo übernommenen Verpflichtungen, der Rückkehr zu einer Praxis der ausgeglichenen Haushalte und der Fähigkeit der DGGV, wichtige Zukunftsaufgaben schultern zu können. Sie ist so angelegt, dass in kommenden Jahren die Mitgliedsbeiträge stabil gehalten werden können.
Ihnen allen wünsche ich einen ruhigen und besinnlichen Jahresausklang nach diesem – gefühlt – ereignisreichen Jahr voller unerwarteter und teils auch Besorgnis erregender Entwicklungen. Bitte bleiben Sie gesund und Ihrer DGGV gewogen.
Ihr
Jan Behrmann   
 

 

Kontextspalte

Prof. Jan H. Behrmann

ehem. Präsident der DGGV:
Prof. Dr. Jan H. Behrmann, GEOMAR, Kiel