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Nachrufe aus GMIT - Geowissenschaftliche Mitteilungen

Das gemeinsame Nachrichtenheft von Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler e.V. (BDG) Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften e.V. (DGG) Deutsche Mineralogische Gesellschaft (DMG) Deutsche Quartärvereinigung e.V. (DEUQUA) Geologische Vereinigung e.V. (GV) Paläontologische Gesellschaft.

A - F

Prof. Dr. Ernst Hermann Ackermann 14.08.1906 - † 30.12.2003

In Berlin geboren studierte Ernst Ackermann in Leipzig und Göttingen und promovierte 1930 in Leipzig bei C.W. Kockel über die Kreide im Preslav-Antiklinorium, Ost-Bulgarien. Von 1930 bis 1933 war er Prospektor bei der Anglo-American South Africa Co. und der British South Africa Co. in Ost- und Südafrika. 1933 kehrte er nach Leipzig zurück und nahm eine Anstellung als Assistent am Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Leipzig an. 1934 absolvierte er das Erste Staatsexamen an der Preußischen Geologischen Landesanstalt zu Berlin.
Im Krieg arbeitete er zunächst als "Wehrgeologe" und später als Chefgeologe im Luftgaukommando Norwegen sowie als Leiter der Ingenieurgeologischen Abteilung der "Organisation Todt" in Norwegen, Dänemark und Nord-Finnland. Bei dieser Arbeit entdeckte und benannte er das Phänomen der "Thixotropie" für die Ingenieurgeologie. Seit September 1947 war er als Dozent und Assistent tätig, später als apl. Professor, am Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Göttingen und an der Forstlichen Fakultät in Hann. Münden. Auf fünf Forschungsreisen nahm Ernst Ackermann die Arbeit an den von ihm entdeckten und benannten Irumiden und anderen präkambrischen Faltengebirgen in Afrika wieder auf. Er sah in ihnen das "Sockelstockwerk" alter Faltengebirge.
Ernst Ackermann war Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der "Deutschen Afrika-Gesellschaft" und beteiligt am Afrika-Kartenwerk der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Außerdem war er Mitglied in der Geologischen Vereinigung (Schriftführer 1948 - 1957) und in der Deutschen Geologischen Gesellschaft.
Nachruf in GMIT Nr. 1.

Dr. Günter Bauer 8.09.1921 - † 26.05.2008

Günter Bauer wurde am 8. September 1921 in Breslau geboren. Im Jahre 1940 begann er an der Technischen Hochschule in Breslau ein Studium der Technik, das er jedoch wegen des Krieges unterbrechen musste. Er wurde zum Piloten ausgebildet und avancierte bald zum Fluglehrer. Im April 1945 geriet er in Gefangenschaft und kehrte 1946 nach Limburg an der Lahn zurück. Im darauffolgenden Jahr nahm er das angefangene Studium wieder auf und schrieb sich an der Technischen Hochschule in Stuttgart ein, wo er 1950 seine Diplomprüfung in Geologie bei Professor Dr. Aldinger ablegte. Danach wechselte er an die Universität Bonn, um bei Professor Dr. H. Cloos mit einer Dissertation "Tektonik der Siegener Schichten im mittleren Wiedtal (Westerwald)" zu beginnen, die er nach dessen Tode bei Professor Brinkmann fortsetzte und 1953 mit der Promotion abschloss. Zwischen 1953 und1957 arbeitete Günter Bauer als Montangeologe bei der Erzbergbau Siegerland AG, wo er ab 1956 als stellvertretender Leiter der Geologischen Abteilung wirkte und im Auftrag der Gewerkschaft Exploration mehrfach in Angola, Spanien und Portugal tätig wurde. Als Lagerstättengeologe wechselte er 1958 zur Salzdetfurth AG nach Hannover. Ab1970 wurde er in die neu gegründete Kali und Salz GmbH mit Sitz in Kassel übernommen. Dort wirkte er ab 1982 als Vertreter des Bereichsleiters Geologie. In dieser Zeit, bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1986, folgten längere Aufenthalte als Experte für Kalilagerstätten in Kanada. Auch im Ruhestand beriet er u. a. die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig. Darüber hinaus leitete er umfangreiche Kartierkurse im Zechstein-Salz, die für Geologen der DBE durchgeführt wurden. Am 26. Mai 2008 verstarb Dr. Günter Bauer im Alter von 86 Jahren in Kassel.

Prof. Dr. Friedrich Bender 17.09.1924 - † 27.05.2008

Friedrich Bender wurde 1924 in Ziegenhain/Hessen geboren und besuchte dort die Oberschule in Wetzlar. Ab 1942 war er als Soldat in Russland, Estland, Lettland, Litauen und Ostpreußen. Nach seiner Flucht aus russischer Kriegsgefangenschaft nahm er 1945 das Studium der Geologie in Stuttgart und Tübingen auf. 1950 wurde Friedrich Bender in Heidelberg mit einer Arbeit über den Eisenoolith-Horizont im Lias-a Württembergs promoviert. Unmittelbar danach nahm er eine Stelle bei den Buderus-Eisenwerken in Wetzlar an. 1951 wechselte er zur Gewerkschaft BRIGITTA, Hannover, wo er sich als Erdölgeologe spezialisierte. 1952 ging er in die Türkei und arbeitete dort beim MTA, dem geologischen Dienst des Landes und der staatlichen Erdölgesellschaft TPAO in Ankara. Danach übernahm er 1956 die Leitung der geologischen Kartierung und Erdölexploration in Sergipe und Tucano/Bahia in Nordostbrasilien im Dienste der PETROBRAS, bevor er 1958 in das Amt für Bodenforschung (BfB) eintrat.
Im Jahr 1961 wurde er mit der Leitung der Deutschen Geologischen Mission in Jordanien betraut. Seine Arbeiten zur systematischen geologische Kartierung des gesamten Landes sowie die Prospektion auf nutzbare mineralische Rohstoffe, Grundwasser und nutzbare Böden mündeten schließlich in der Gründung eines staatlichen, jordanischen Geologischen Dienstes. 1966 bis 1968 wirkte er als Berater der jordanischen Regierung für die Erdölexploration und für den weiteren Ausbau des staatlichen jordanischen Geologischen Dienstes. Aufgrund seiner Leistungen wurde ihm 1966 von König Hussein, mit dem ihn eine enge persönliche Freundschaft verband, das „Groß-Offizierskreuz des Ordens der Unabhängigkeit" verliehen.
1968 wurde Friedrich Bender in der Bundesanstalt für Bodenforschung (BfB) zum Direktor und Professor ernannt und leitete die Unterabteilung BfB I.2 „Länderreferate" (später „Regionale Geologie"). Als internationaler Experte in Rohstoff-Projekten bereiste Friedrich Bender in den folgenden Jahren viele Länder und ermöglichte zahlreiche Kooperationsprojekte mit anderen Geologischen Diensten. Für seine Arbeit und sein Engagement erhielt er 1972 das Verdienstkreuz am Bande.
1973 übernahm Friedrich Bender in der BfB die Dienstaufsicht für den Fachbereich „Erdöl und Erdgas" und wurde 1975 zum Präsidenten der nun in Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) umbenannten Behörde ernannt. Unter seiner Leitung wurde die rohstoffwirtschaftliche Zusammenarbeit in den folgenden Jahren mit wichtigen Partnerländern intensiviert. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden u.a. in der Publikationsreihe der Rohstoffberichte der BGR oder auch in dem vierbändigen Werk aus dem Jahr 1984 „Angewandte Geowissenschaften" publiziert.
Seine herausragende Stellung in der angewandten Geologie Deutschlands trugen ihm zahlreiche Ernennungen und Ehrungen ein, wie beispielsweise 1984 das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland. Bei der DGG, der er bereits 1951 beitrat, wirkte er zwischen 1970 bis 1971 als Schriftführer und als Beiratsmitglied von 1983.

Prof. Dr. Dieter Betz 20.04.1927 - † 26.02.2006

Dieter Betz wurde im württembergischen Backnang geboren. Nach dem Krieg studierte er Geologie und Chemie. Danach folgte die Promotion und Assistententätigkeit an der TU Stuttgart. Er trat 1951 in die Gewerkschaft Brigitta ein und war bis 1989 in der deutschen Erdöl- und Erdgasindustrie tätig. Schon mit 29 Jahren war er Leiter eines Erdölbetriebes mit ca. 1000 Mitarbeitern. Danach erhielt er eine Anstellung als Hauptabteilungsleiter "Petroleum Engineering" bei der BEB Erdgas und Erdöl GmbH und wurde anschließend Explorationsdirektor. In dieser Zeit erwirbt Dieter Betz zusätzliche Kenntnisse auf dem Gebiet der Bohrtechnik, Bohrlochmessungen und Lagerstättenkunde.
Ab 1983 bekam er einen Lehrauftrag für das Fach Erdölgeologie an der Universität Frankfurt. Er war in mehreren bedeutenden Kommissionen, Verbänden und Vereinen aktiv. Dieter Betz engagierte sich früh für ein Großforschungsprojekt der geowissenschaftlichen Grundlagenforschung, das "Kontinentale Tiefbohrprogramm der Bundesrepublik Deutschland" beim Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung (NLfB). Der Start des KTB erfolgte 1982. Er arbeitete in den Koordinierungsausschüssen mit und beriet bei der Planung der beiden Tiefbohrungen in Windischeschenbach/Oberpfalz. 1989 wechselte er zum NLfB und leitete dort als Sprecher bis Ende 1995 die KTB-Projektgruppe. Danach arbeitete er weiterhin in verschiedenen Gremien im dortigen Geozentrum und an Folge-Experimenten an der Bohrlokation mit.
Dieter Betz war Träger zahlreicher Auszeichnungen wie z. B. das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der Carl-Engler-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Erdgas und Kohle (DGMK), Träger des Verdienstkreuzes 1. Klasse des Niedersächsischen Verdienstordens und war nicht zuletzt auch Ehrenmitglied der DGG.
Nachruf in GMIT Nr. 25, Sept. 2006

 

Hans-Günther Conrad 9.12.1931  -  † 9.04.2006

In Brauneberg/Mosel geboren begann Günter Conrad 1952 zunächst ein Geschichtsstudium in Mainz, wechselte jedoch zwei Jahre später zum Bergbaustudium an die Bergakademie Clausthal. 1956 wechselte er an die TU Berlin und machte 1958 das Dipl.-Ing.-Examen. 1961 folgte die Ernennung zum Bergassessor und 1962 zum Assistenten des Direktors des Bergbaumuseums der Westfälischen Berggewerkschaftskasse in Bochum. Ab 1966 leitete Günther Conrad 30 Jahre lang dieses Museum, welches dank seiner Arbeit zu einem der meistbesuchten deutschen Museen wurde. Mit Verleihung des Ehrenrings der "Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur im Bergbau" wurde sein langjähriges Engagement geehrt.
Nachruf in GMIT Nr. 26, Dez. 2006

 

Dr. Wolfgang Engel 14.11.1940  -  † 5.05.2006

Im Hannoverschen geboren wuchs Wolfgang Engel in Langenhagen, Beulshausen und Großburgwedel auf. Nach Aufnahme des Geologie-Studiums 1961 in Hannover wechselte er ein Jahr später nach Göttingen. 1966 erlangte er sein Diplom und schloss 1970 mit einer Dissertation über Kalk-Megaturbidite im slowenischen Flysch sein Studium ab. Er war Mitarbeiter im ersten geowissenschaftlichen Sonderforschungsbereich (SFB 48-Göttingen). Es folgten mehrere Forschungsprojekte in Europa. 1984 trat Wolfgang Engel in den Springer-Verlag ein und war dort als Lektor tätig. Die Umwandlung der "Geologischen Rundschau" zum "International Journal of Earth Sciences" ist vor allem seiner tatkräftigen Arbeit zu verdanken. Sein Engagement würdigte die "Geologische Vereinigung" mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.
Nachruf in GMIT Nr. 27, März 2007

Prof. Dr. H-J. A. Oswald Fabian 6.05.1913  -  † 12.05.2007

Oswald Fabian wurde in Breslau geboren und studierte an der Friedrich Wilhelm Universität zu Breslau Geologie. Mit seiner Arbeit "Das Nordsudetische Schiefergebirge in seinem Vorlandsanteil" wurde er 1937 promoviert. Danach wurde er wiss. Mitarbeiter am Institut für Erdölforschung in Hannover. Es folgten Arbeitsaufenthalte in Rumänien. Ab 1943 arbeitete er bei Wintershall bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1978, wo er die Abteilung "Erdöl-, Erdgastechnik" im In- und Ausland betreute. In diese Zeit fallen u.a. auch zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen. Das Bormineral Fabianit [CaB3O5(OH)] ist nach ihm benannt. Er war Lehrbeauftragter an den Universitäten Kiel und Frankfurt und wurde 1970 Honorarprofessor an der Christian Albrecht Universität Kiel. Oswald Fabian war ein Pionier beim Aufschluss von Öl- und Gaslagerstätten in Deutschland.
Nachruf in GMIT Nr. 29, Sept. 2007

 

Dr. Dierk Freels 14.05.1939  -  † 18.05.2006

Sein Geologie-Studium schloss Dierk Freels mit einer Arbeit über die Plattenkalke im Südappenin an der Universität Tübingen ab. In der anschließende Doktorarbeit befasste er sich mit Süßwasserostrakoden, die er im Rahmen eines Braunkohlenerkundungsprogramms in der Türkei bearbeitet hatte. Es folgte eine Anstellung bei ESSO-Erz GmbH, wo er zwischen 1977 bis 1986 Explorationsarbeiten in Deutschland und Europa durchführte. Danach richtete sich sein Interesse auf die Erkundung von Öl- und Gaslagerstätten. Ab 1992 wurde er Leiter des Referates Rohstoffgeologie im Amtsteil Freiberg des Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie. Diese Position bekleidete er bis zu seinem Ruhestand im Jahre 2004.
Nachruf in GMIT Nr. 25, Sept. 2006

G - K

Prof. Dr. Dietrich Helmcke 1941 -  † 1. 04 2004

Dietrich Helmcke begann sein Geologiestudium 1961 an der Philipps-Universität in Marburg und entdeckte früh sein Interesse an der Alpengeologie. 1969 schrieb er seine Dissertation über die Spuller See-Mulde in den Vorarlberger Kalkalpen. Im gleichen Jahr wurde er Assistent bei H.J. Schneider im Institut für Angewandte Geologie an der F.U. Berlin, danach, 1973, Assistenzprofessor. Er führte fernerkundlich-tektonischen Arbeiten im Tibesti-Gebirge, in Sardinien und in Chile durch. Der nachfolgenden Sonderforschungsbereich "Mobilität aktiver Kontinentalränder" baute auf diesen Ergebnissen auf. Danach wurde Südost-Asien ein zentraler Schwerpunkt.1975 führte er erste strukturgeologische Arbeiten im Ramree Archipel im Golf von Bengalen durch. Es folgten Einsätze in Indonesien und Thailand.

Dietrich Helmcke war auch weiterhin in den nördlichen Kalkalpen tätig.Von der Geologischen Bundesanstalt, Wien erhielt er 1979 das Heisenberg-Stipendium. 1985 übernahm er die Vertretung von Prof. Behr in Göttingen und wurde ab 1988 Professur für Geologische Fernerkundung. Zwischen 1994-1999 arbeitete er hauptsächlich in Pakistan und China. Mit dem Göttinger Projekt "Geodynamische Entwicklung der zentralen Abschnitte Südost-Asiens" knüpfte Dietrich Helmcke enge Verbindungen mit Universitäten in China, Thailand und Myanmar. Diese Verbindungen führten zu einer 20-jährigen wissenschaftlichen Kooperation mit dem damaligen Ministry of Geology Chinas und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover. Die Österreichische Geologische Bundesanstalt in Wien ernannte ihn 2001 zum Korrespondenten, die Universität in Wuhan im gleichen Jahr zum Gastprofessor.
Nachruf in GMIT Nr. 21

Dr. Wolfgang Leo Herde   1922  -  † 03. Juni 2004

Nach seinem Schulbesuch in Berlin nahm Wolfgang Herde 1940 zunächst sein Studium der Geologie bei H. Stille an der Humboldt-Universität zu Berlin auf, das er dort später nach Kriegsende fortsetzte. Auf Anregung von G. Richter-Bernburg wurde er von Stille mit der Erstellung einer Dissertation über die Riedel-Gruppe im zentralen Teil des Nordwestdeutschen Zechsteingebirges beauftragt; diese Arbeit führte zu einer neuen stratigraphischen Gliederung und Fazieszuordnung insbesondere im Schwadensalz, so dass er damit verbesserte Grundlagenerkenntnisse für die praktische Erkundung von Kalilagern vorlegte. Nach Abschluss der Arbeit 1954 bei E. Bederke und C. Correns in Göttingen war er bis 1976 bei der Kali-Chemie AG in Hannover für die Kaliwerke in Ronnenberg und Sehnde, die Kohlensäurewerke in Bad-Hönningen sowie für Baryt- und Coelestin-Lagerstätten-Begutachtungen im mediterranen Ausland beschäftigt. Danach war er als Gutachter an den Erkundungsarbeiten am Salzstock Gorleben für die Physikalisch Technische Bundesanstalt und die DBE in Peine tätig. Auslandsarbeiten führten ihn in Rohstoff- und Umweltfragen bis 1995 u. a. in die Türkei, Chile, Sambia, Russland und die Ukraine.
Nachruf in GMIT Nr. 17

 

Prof. Dr. Hansmartin Hüssner 1953  -  † 29.05.2006

Der in Wiesenbronn geborene Franke studierte 1975-1980 Geologie und Paläontologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Bereits in seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit Karbonaten, was ihn danach als Doktorand nach Erlangen führte, wo er in die Arbeitsgruppe von Prof. Erik Flügel aufgenommen wurde. Er wurde mit seiner Dissertation über "Jurassische Karbonate des westlichen Hohen Atlas (Marokko) - Mikrofaziesanalyse und plattentektonischer Rahmen" promoviert. Als Postdoc arbeitete er zusammen mit Prof. Flügel im DFG-Schwerpunktprogramm "Biogene Sedimentation".
1989 ging Hansmartin Hüssner als Assistent zu Prof. Adolf Seilacher am Institut und Museum für Geologie und Paläontologie der Universität Tübingen. 1992 habilitierte er mit der Arbeit "Reefs, an elementary principle with many complex realizations". Als Riffspezialist arbeitete er im SFB 275 "Klimagekoppelte Prozesse in meso- und känozoischen Geoökosystemen". 1995 erfolgte der Ruf auf die Professur für Geologie und Paläontologie nach Frankfurt a.M.. Ein Schwerpunkt seiner Arbeiten zu dieser Zeit waren Riffe und Plattformen der Trias in den nördlichen Kalkalpen. Weitere wichtige nachfolgende Stationen waren die Ausrichtung von "SEDIMENT 2002" sowie sein Engagement für die Gründung der Central European Section von SEPM (Society for Sedimentary Geology).
Nachruf in GMIT Nr. 25, Sept. 2006

 

Karl-Bernhard Jubitz 1925 –  † 18. 11. 2007

Am 18. November 2007, kurz nach Vollendung seines 82. Geburtstags, verstarb Prof. Dr. Karl-Bernhard Jubitz.
Das 1946 begonnene Studium der Geologie am Geologisch-Paläontologischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin bei Hans Stille, Serge von Bubnoff und anderen weckt in ihm frühzeitig das Interesse an Fragen der Strukturgeologie und Tektonik des Tafeldeckgebirges.
1952 folgt das Staatsexamen mit der durch Franz Lotze und Hans Stille betreuten Arbeit „Feinstratigraphisch-petrographische Untersuchungen in der Trias zwischen Osnabrück und Melle in Hannover“, die bis 1953 zur Dissertationsschrift „Zum tektonischen Bau zwischen Osnabrück und Melle in Hannover“ weiterentwickelt wird.
1952 nimmt K.-B. Jubitz als wissenschaftlicher Assistent seine Tätigkeit im von Hans Stille gegründeten Geotektonischen Institut der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin auf, für das er 1961 die kommissarische Leitung übernimmt, ehe er vier Jahre später zum Direktor berufen wird. Im Gefolge der Hochschul- und Akademiereform in der DDR geht das Geotektonische Institut 1969 in das Zentralinstitut für Physik der Erde der AdW der DDR (ZIPE) über, in dem K.-B. Jubitz als Bereichsdirektor Geologie wirkte.
Mit der Arbeit „Zielfunktionen, Hauptergebnisse und Trends tektonischstruktureller Forschungen an der Akademie der Wissenschaften der DDR“ wird K.-B. Jubitz 1976 zum Dr. sc. promoviert. Im gleichen Jahr erfolgt die Ernennung zum Professor für Geologie an der AdW DDR.
Schwerpunkte seiner am Geotektonischen Institut und später im ZIPE durchgeführten Arbeiten waren die räumlich-stofflichen Betrachtungen der geologisch-tektonischen und zeitlichen Analyse von Tafeldeckgebirgsserien sowie die Ressourcenbewertung. Zusammen mit Dr. Günter Schwab analysierte er die Beckendynamik und trug wesentlich zur Kenntnis der Norddeutschen Senke bei.
Seiner Verpflichtung als Geologie-Professor kam K.-B. Jubitz durch Vorlesungen an den Universitäten in Greifswald und Leipzig nach.
Nach seiner Verabschiedung aus dem Berufsleben beschäftigte er sich mit der Geologie der Struktur Rüdersdorf, zu der er mit der siebenbändigen Geofotothek Rüdersdorf eine einmalige Dokumentation und exakte Beschreibung dieses norddeutschen Großaufschlusses vorlegen konnte. Unvergesslich auch seine aktive Rolle als Exkursionsführer für nationale und internationale Kongresse sowie sein erfolgreiches Wirken für den Verein Geowissenschaftler von Berlin und Brandenburg, zu dessen Gründungsmitgliedern er zählte und von dem er für seine Verdienste anlässlich seines 80. Geburtstages zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

 

Prof. Dr. Heinrich Kallenbach 9.02.1930  -  † 25.11.2006

In Braunschweig geboren absolvierte Heinrich Kallenbach zunächst eine kaufmännische Lehre. Danach studierte er Geologie an der TU Braunschweig sowie an der Universität und der Technischen Hochschule München. 1957-1959 Aufbaustudium und Abschluss als Wirtschaftsingenieur. 1960 Dissertation über den Mineralbestand und die Genese südbayerischer Lösse. Zusammen mit Prof. Zeil ging er von München an die TU Berlin, wo er 1962 Assistent wurde. Danach folgte die Ernennung zum Oberassistenten und 1971 die Habilitation zum Professor für das FG Geologie.
Nach 1968 wurde er geschäftsführender Direktor sowie Sprecher des Fachbereiches. Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 69 führten ihn verschiedene Forschungsprojekte in die Länder Nordafrikas. Heinrich Kallenbach war an geologischen Projekten von Island bis in die Sahara beteiligt und betreute zahlreiche Studenten bei ihren Abschlussarbeiten. Darüber hinaus gehörte er zu den Gründern des Förderkreises der naturwissenschaftlichen Museen Berlin und war lange Jahre stellvertretender Vorsitzender.
Nachruf in GMIT Nr. 28, Juni 2007  

 

Dr. Edwin Kemper 20.05.1927 -  † 28. 09. 2005

In Lemgo (Lippe) geboren, studierte Edwin Kemper von 1949 bis 1956 in Heidelberg und Tübingen Geologie-Paläontologie und beschloss seine Ausbildung mit einer Promotion über unterkretazische Ammonoideen der Platylenticeras-Schichten. Er war von 1956 an in der Industrie als Explorationsgeologe tätig, zuerst bei der Gewerkschaft Brigitta in Steimbke (Krs. Nienburg) und dann viele Jahre bei der C. Deilmann GmbH in Bentheim. 1968 wechselte er zur BGR wo er zuletzt als Oberregierungsgeologe bzw. Geologieoberrat tätig war. Vor seinem Ausscheiden leitete er von 1988-1990 das Referat "Paläontologie, Sammlungen" der BGR.
Das Haupttätigkeitsfeld von Edwin Kemper war die Kreide, speziell die Unterkreide Nordwesteuropas in ihren stratigraphischen, sedimentologischen, geochemischen und paläoklimatischen Aspekten. Seine umfangreichen und bis ins Detail gehenden Unterkreidekenntnisse reichten, vom niedersächsischen Becken ausgehend, bis in die kanadische Arktis und den Iran. Er war Herausgeber des Geologischen Jahrbuchs zwischen 1978 und 1995 sowie mehrerer, umfangreicher Bände zur Unterkreide als Autor, Co-Autor oder Koordinator, u.a. "Das Klima der Kreide-Zeit" (1987), dessen Hauptteil ganz aus seiner Feder stammte. Dieser umfangreiche deutschsprachige Beitrag fand große Beachtung auch in der angelsächsischen Fachwelt, weil in ihm erstmalig eindringliche Beweise für Klimaschwankungen und kaltzeitliche Klimaphasen für die Kreidezeit dargestellt wurden. Darüber hinaus verfasste er Publikationen zu regional-stratigraphischen Studien über das deutsch-niederländische Grenzgebiet (Emsland), "Geologische Führer durch die Grafschaft Bentheim" (1976, 5. Aufl.) oder "Die tiefe Unterkreide im Vechte-Dinkel-Gebiet" (1992). Edwin Kemper gehörte 1971 zu den Gründungsmitgliedern und bis 1992 zu den ordentlichen Mitgliedern der deutschen Subkommission für Kreide-Stratigraphie. Von 1986 bis 1990 war er für die Zeitschrift "Newsletters on Stratigraphy" (Schweizerbart' Verlag) als Managing Editor tätig.
Nachruf in GMIT Nr. 23

 

Antoni Kleczkowski 1923 – † 19.1.2006

Prof. Dr.-Ing. habil Dr. h.c. Antoni Stanislaw Kleczkowski aus Krakau starb am 19.1.2006 im Alter von 83 Jahren.
Der vielsprachige Gelehrte war Mitglied der FHDGG. Anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens wurde er von der Deutschen Geologischen Gesellschaft mit der Verleihung der Leopold-von-Buch-Plakette geehrt. Zwischen 1981 und 1988 war Antoni Stanislaw Kleczkowski Rektor der Bergakademie Krakau (AGH). Seine Verdienste liegen vor allem auf den Gebieten der Hydro- und Ingenieurgeologie.

 

Johannes Klengel 1930 - † 11.11.2007

Am 11. November 2007 verstarb  Prof. Dr. Johannes Klengel in seiner Heimatstadt Dresden im Alter von 77 Jahren. 1930 geboren, studierte er von 1950 – 1955 an der Bergakademie Freiberg Geologie und promovierte dort im Jahre 1960 über ein Thema zum bodenphysikalischen Verhalten pleistozäner Böden. In seiner Habilitation 1967, ebenfalls an der Bergakademie Freiberg, befasste er sich mit Problemen des Bodenfrostes insbesondere im Verkehrswegebau. Den Eigenschaften der Locker- und Felsgesteine in ihrer Bedeutung für das Bauwesen ist er während seines gesamten Schaffens in Lehre und Forschung sowie in seiner praktischen Tätigkeit treu geblieben.  Nach seinem Studium war er als wissenschaftlicher Assistent und später als Forschungsmitarbeiter am Institut für Geotechnik der Hochschule für Verkehrswesen „Friedrich List“ Dresden (HfV) tätig. 1963 wurde er dort zum Hochschuldozenten und 1967 zum Professor berufen. Im Jahr 1982 übernahm Prof. Klengel die Leitung des Instituts für Geotechnik an der Fakultät Bauingenieurwesen und Verkehrsinfrastruktur, die er bis zur Auflösung der HfV Dresden im Jahre 1992 ausübte. 1992 wurde er an die neu gegründete Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden berufen, wo er bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Hochschuldienst im Jahre 1996 das Lehrgebiet  Ingenieurgeologie vertrat.
Neben seiner Gutachtertätigkeit leitete er über 20 Jahre den Fachausschuss Baugrund der Kammer der Technik und den Fachbereich Ingenieurgeologie der Gesellschaft für Geologische Wissenschaften der DDR. Neben zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen war er Autor und Mitautor von Fachbüchern wie etwa „Frost und Baugrund“ (1967), welches zu dieser Zeit ein Standardwerk darstellt oder auch die zusammen mit WAGENBRETH verfasste „Ingenieurgeologie für Bauingenieure“.

 

Dr. Günter Knuth 1941  -  † 27.01.2006

Der aus Ostpreußen stammende Günter Knuth begann 1959 mit dem Studium der Mineralogie an der Martin-Luther-Universtität in Halle, das er 1964 abschloss. Es folgte eine Anstellung im VEB Geologische Forschung und Erkundung (GFE) in Halle. Seine Karriere begann hier als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Danach wurde er Abteilungsleiter für die mineralogisch-petrographischen und sonstigen laborativen Untersuchungen. Günter Knuths Arbeiten zu Erdöl-Erdgas-Vorkommen in der nördlichen DDR und Beiträge zur metallogenetischen Bewertung des Mesozoikums sind hervorzuheben. Mit seiner Dissertation "Zur lithologischen Ausbildung und lithogenetischen Deutung des Unteren und Mittleren Buntsandsteins im östlichen Subherzyn" beschäftigte er sich u.a. mit den Speichereigenschaften des Buntsandsteins. Nach Gründung des Geologischen Landesamtes Sachsen-Anhalt Leitung des Referats Petrographie/Mineralogie sowie ab 1999 Dezernatsleiter FIS und Geologische Grundlagen. Die Entwicklung der Konzeption zum Geochemischen Kataster von Sachsen-Anhalt fällt in diese Zeitspanne.
Nachruf in GMIT Nr. 26, Dez. 2006

 

Dr. Franz Kockel 23.04. 1934 – † 2015

Franz Kockel wurde am 23. April 1934 in Leipzig geboren. Nach Schulbesuchen in Hannover, Groß-Jena, Naumburg, Bad Lauterberg und Osterode legte er 1954 am Philips-Gymnasium in Marburg sein Abitur ab. Anschließend studierte er Geologie zunächst in Marburg, dann in Freiburg i. Br., wo er sein Vordiplom bestand. Nach kurzem Aufenthalt am Kings College in London wechselte er nach Bonn. Dort schloss er 1960 unter Anleitung seines akademischen Lehrers Roland Brinkmann, den er bis zuletzt verehrte und bewunderte, sein Studium mit einer Arbeit über „Die Geologie des Gebietes zwischen Pruna und Olivera/Andalusien“ ab. Noch im selben Jahr wurde er mit einer Arbeit über „Die Geologie des Gebietes zwischen Guadalhorce und Ronda/Andalusien“ promoviert. Danach ging er an die Bundesanstalt für Bodenforschung, der heutigen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), an der er bis zu seiner Pensionierung 1999 tätig war. Dort brachte ihn die Mitarbeit am „Paläogeographischen Atlas der Unterkreide in Nordwestdeutschland“ erstmals mit dem Norddeutschen Becken in Berührung, das ihn Zeit seines Lebens nicht mehr loslassen sollte.
Seine beruflichen Tätigkeiten führten Franz Kockel in zahlreiche Länder der Welt. So war er an der geologischen Kartierung und an Untersuchungen zur Tertiär-Stratigraphie der Chalkidiki-Halbinsel (Griechenland) maßgeblich beteiligt. Hydrogeologische Fragestellungen bearbeitete er in Spanien, bevor er später erneut mehrere Jahre zur Lagerstättenprospektion in Griechenland war. Weitere Projekte führten ihn nach Äthiopien sowie Süd-Uganda. Franz Kockels besonderes Interesse galt jedoch der Geologie Mitteleuropas. Nach Fertigstellung des „Salznutzungsplans von Nordwestdeutschland“ begannen 1978 die Arbeiten an seinem Lebenswerk, dem „Geotektonischen Atlas von Nordwestdeutschland und der deutschen Nordsee“. Dieses Kartenwerk, das er noch zu Dienstzeiten in digitale Form umsetzen ließ, bildet auch heute noch die Basis aller Modelle Norddeutschlands. Weitere bedeutende Projekte waren u. a. „Genese und Migration von Kohlenwasserstoffen im Niedersachsen-Becken“, „Die Paläogeographie des Oberjura im Niedersachsen-Becken“, „Alternative Standorte für die Endlagerung radioaktiver Abfälle in Salzstrukturen in NW- und NE-Deutschland“ oder „Paläogeographie und Geodynamik des Keuper in NW Deutschland“. Darüber hinaus war Franz Kockel maßgeblich an diversen IGCP- und EU-Projekten beteiligt.
Für seinen Geotektonischen Atlas erhielt Franz Kockel den „Hans-Martini-Preis“, den er für „seine Arbeitsgruppe“ annahm. Seine herausragenden strukturgeologischen Arbeiten wurden im Jahre 1994 durch die Deutsche Geologische Gesellschaft (DGG) mit der Verleihung der „Hans-Stille-Medaille“ gewürdigt, die ihm im Jahr 2005 auch die „Serge-von-Bubnoff-Medaille“ verlieh. Im Jahre 2000 zeichnete die Polnische Geologische Gesellschaft Franz Kockel mit der Ehrenmitgliedschaft aus. Im selben Jahr erhielt er von der Koninklijk Nederlands Geologisch Mijnbouwkundig Genootschap den „Van Waterschoot van der Gracht-Penning“, die höchsten Auszeichnung für einen Geowissenschaftler in den Niederlanden. Franz Kockel war „Korrespondierendes Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften“ und erhielt 2008 die „Medaille für herausragende Verdienste um die Adam-Mickiewicz-Universität“ in Posen. Franz Kockel konnte für die Geologie begeistern. Es war ihm eine Herzenssache, seine regionalgeologischen Erfahrungen mit Fachkollegen aus dem westlichen und vor allem aber aus dem östlichen Mitteleuropa auszutauschen und für ein komplexes Verständnis europäischer Geologie zu sorgen. Er leistete in der wichtigen Phase des Zusammengehens vormals getrennter – und daraus resultierend auch unterschiedlich ausgerichteter geologischer Schulen – einen wesentlichen Beitrag zur Verständigung der Geowissenschaftler. Geologie ist nur ganzheitlich zu verstehen – ein Grundsatz, den uns Franz Kockel vorgelebt hat. Simone Röhling & Heinz-Gerd Röhling, Hannover

 

 

L- P

Prof. Dr. Kurt Lemcke 28.04. 1914  -  † 18. 10, 2003

Im mecklenburgischen Wittenburg geboren studierte Kurt Lemcke ab 1932 in Heidelberg und Freiburg und promovierte 1937 zum Thema "Geologie und Tektonik der Diedrichshäger Berge bei Arendsee-Brunshaupten in Mecklenburg". Danach war er wissenschaftlicher Angestellter an die Mecklenburgische Geologische Landesanstalt in Rostock. Nach deren Umwandlung in ein Hochschulinstitut wurde er dort Assistent und anschließend Geologe beim Reichsamt für Bodenforschung, Berlin (Bezirksgeologe). Nach der Kriegsgefangenschaft führten ihn Kartierarbeiten nach Süddeutschland, wo er zunächst als freiberuflicher Geologe arbeitete. 1948 erhielt er eine Anstellung bei der Gewerkschaft ELWERATH Erdölwerke, Hannover. Sein Arbeitsgebiet war das Alpenvorland zwischen Passau und Lausanne und umfasste die Öl- und Gasexploration in der Molasse und des prätertiären Beckenuntergrunds.
Kurt Lemcke erhielt 1978 die Ehrenmitgliedschaft der Vereinigung schweizerischer Petroleumgeologen und -ingenieure und 1979 die des Oberrheinischen Geologischen Vereins, dem er seit 1947 angehörte. Es folgte die Berufung in die Deutsche Stratigraphische Kommission, Subkommission Tertiär und Jura (bis 1978). Bis 1978 arbeitete er am Schwerpunktprogramm der DFG "Geodynamik des mediterranen Raums" (Geotraverse Ia) mit. 1969/70 erhielt er den ersten Lehrauftrag für Erdölgeologie an der TU München. Im Jahr 1974 wurde er zum Honorarprofessor ernannt. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen. 1988 erschien der erste Band "Geologie von Bayern".
Nachruf in GMIT Nr. 19

 

Dr. Karl Mädler 09.12.1902  -  † 22.10.2003

Karl Mädler begann seine zweite wissenschaftliche Karriere als Paläobotaniker erst spät. Nachdem er zuvor einige Jahre als Apotheker in Seifhennersdorf (Oberlausitz) tätig war, studierte er ab 1931 Paläobotanik und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Senckenberg-Museum in Frankfurt. Nach dem Krieg übernahm er eine Beschäftigung als Hilfsaufseher im Niedersächsischen Landesmuseum und erhielt 1955 eine DFG-Stelle am NLfB. 1960, im Alter von 58 Jahren, begann Karl Mädler noch einmal, nebenbei Vorlesungen an der TU Hannover zu besuchen und leitete damit sein lange überfälliges Promotionsverfahren ein.
Anfang 1963 wurde er schließlich mit einer viel beachteten Arbeit über die Sporen und Pollen in der deutschen Trias promoviert. Obwohl er mit 65 Jahren aus dem aktiven Dienst am NLfB ausschied, führte er seine wissenschaftlichen Aktivitäten mit großem Eifer auch noch im "Ruhestand" fort und betreute am Landesamt Besucher, die sich mit den wissenschaftlichen Originalen seiner Publikationen beschäftigen wollten. Karl Mädler gehörte nicht nur im deutschsprachigen Raum in mehreren Sparten der Paläobotanik zu den Pionieren. Mehr als 50 Arbeiten hat er publiziert, die letzten noch im Alter von 90 Jahren. Seine Forschungen waren eng mit Hannover und dem Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung (NLfB) verbunden.
Nachruf in GMIT Nr. 1

 

German Müller 1930- †21.12.2007

German Müller wurde 1930 in Schramberg im Schwarzwald geboren. Von 1948 bis 1952 studierte er in Köln und Bonn und wurde dort bereits 1952 mit seiner Arbeit über Karbonate in Kohleflözen des Ruhrgebietes promoviert.
In den Jahren 1952/53 war er in der Türkei auf dem Gebiet der Erdölerkundung für das Bergbau-Forschungs- und Erkundungs-Institut in Ankara tätig. 1953 bis 1957 übernahm er die Leitung des sedimentologischen Labors der Mobil Oil Company in Celle. Danach arbeitete er für die Texas Africa Exploration Company in der Erdölerkundung in Äthiopien.
Ab 1964 war German Müller in Tübingen im Bereich Mineralogie/Petrographie der Universität tätig, zuerst als Assistent, nach der Habilitation 1961 dann als außerplanmäßiger Professor.
1964 wurde er auf das Ordinariat für Mineralogie und Petrographie der Heidelberger Universität berufen. Sein Labor wurde 1972 in das "Institut für Sedimentforschung" umgewandelt, dessen Direktor er wurde. Dieses Institut wurde dem Arbeitsschwerpunkt entsprechend 1995 in "Institut für Umweltgeochemie" umbenannt. Ihm gehörte German Müller bis zuletzt als Emeritus an. Von hier aus leitete er mehrere kontinentübergreifenden Forschungsvorhaben.
German Mülles Lebenswerk liegt in der Aufklärung anorganischer und organischer Stoffkreisläufe, und dies in deren Unterscheidung in anthropogene und geogene Anteile. Sein Ziel war es, Gesamtstoffbilanzen zu erfassen und nach Abzug der natürlichen Stoffumsätze die zivilisatorisch bedingten Stoffumsätze abzuleiten und in ihrer zeitlichen Entwicklung zu verfolgen. Darüber hinaus entwickelte er auch technische Verfahren und Management-Methoden für die Remobilisierung bzw. Immobilisierung von Schadstoffen in Gewässern und Feststoffen. Eines davon ist als "Müller-Verfahren" bekannt geworden.
Seine Arbeiten zu den Stoffkreisläufen und den Transport- und Ablagerungsmedien in der Geo- und Hydrosphäre führten ihn u.a. nach Russland, Slowenien, Brasilien und China.
Die Vorgängergesellschaften der DGG zeichneten German Müller zweimal wegen seines Gesamtschaffens auf dem Gebiet der Umweltgeochemie aus: 1995 erhielt er die Hans-Stille-Medaille und 2004 die Serge von Bubnoff-Medaille. Die Bedford University, Arizona, die Universität Trier und die Universität Nishnij Nowgorod verliehen German Müller die Ehrendoktorwürde. Erwähnt sei auch die Ehrenmitgliedschaft in mehreren Vereinigungen, so der Geological Society of America und der Society of Economic Paleontologists and Mineralogists in Tulsa, Oklahoma.
Am 21.12.2007 verstarb Prof. Dr. Dr. h. c. mult. German Müller im Alter von 78 Jahren in „seinem“ Institut für Umweltgeochemie der Universität Heidelberg.

 

Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Eduard Mückenhausen  1907  -  † 6. 02. 2005

Der gebürtige Rheinländer studierte zunächst Geologie bei Hans Cloos in Bonn, wo er 1933 zum Dr. phil. promoviert wurde. Danach nahm er ein Landwirtschaftsstudium an der Universität Danzig auf und wurde dort zum Dr. rer. techn. promoviert. Von 1934 bis 1938 war er als Geologe und Bodenkundler bei der Preußischen Geologischen Landesanstalt in Berlin tätig. 1946 übernahm er die Leitung der Abteilung Bodenkunde im Geologischen Landesamt Nordrhein-Westfalen. Ab 1947 erhielt er einen Lehrauftrag an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn, an der er sich 1948 mit der Schrift "Die deutschen Bodentypen nach dem heutigen Stande der Bodentypenlehre" habilitierte. An der Gründung der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft im Jahre 1949 wirkte er aktiv mit. 1955 wurde Eduard Mückenhausen zum ordentlichen Professor auf den Lehrstuhl für Allgemeine Bodenkunde am Institut für Bodenkunde der Universität Bonn ernannt. Seine Spezialgebiete waren die Bodengenetik und die Bodensystematik.
Er war Mitglied der Landwirtschaftlichen Fakultät, der er 1964/65 als Dekan vorstand, wie auch der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Dem Arbeitskreis Bodensystematik der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft gehörte er von 1952 bis 1989 als federführendes Mitglied an. Nach einer Vizepräsidentschaft (1962 - 1970) wurde er Präsident dieser Gesellschaft (1970 - 1973). Danach wurde er Leiter des Arbeitskreises Paläoböden (1974 bis 1980). In der Internationalen Bodenkundlichen Gesellschaft war er als Vizepräsident der Kommission V (1954 - 1956) und der Kommission VII (1964 - 1966) tätig. Von 1952 bis 1972 wirkte er als Deutscher Delegierter und Korrelator in der Arbeitsgruppe für Bodenklassifikation und Bodenkartierung der Welternährungsorganisation an der Erstellung der Weltbodenkarte der FAO mit.
Professor Mückenhausen hat 35 Doktoranden promoviert und weit über 100 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, darunter Standardwerke zur Bodenkunde. Eduard Mückenhausen erhielt zahlreiche Ehrungen im In- und Ausland, wie z. B. die Ehrenmitgliedschaften in der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft (1977), als erster deutscher Wissenschaftler in der Sowjetischen Bodenkundlichen Gesellschaft (1977) oder auch in der Internationalen Bodenkundlichen Gesellschaft (1982) und schließlich in der Deutschen Geologischen Gesellschaft (1998). Darüber hinaus war er Mitglied in wissenschaftlichen Akademien Schwedens, Luxemburgs, Finnlands und Belgiens sowie in der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. 1977 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Naturwissenschaften der Universität Mainz verliehen. 1975 folgte seine Emeritierung. Danach war Eduard Mückenhausern aber weiter bis ins hohe Alter wissenschaftlich tätig.
Nachruf in GMIT Nr. 20

 

Eberhard Plein 28.2.1924 – † 2014

Eberhard Plein, geboren am 28. 2.1924 in Berlin, wurde nach Besuch der Oberschule in Kassel und Berlin sowie dem Abitur 1942 Soldat und Offizier. 1947 kehrte er aus Rußland zurück und begann im Wintersemester desselben Jahres ein Geologie-Studium in Bonn. Der frühe Tod seines Förderers Hans Cloos führte ihn zu Erich Bederke nach Göttingen, wo er 1952 mit der von Cloos angeregten Arbeit „Der Bau des Niederhessischen Berglandes im Raum von Großalmerode“ promoviert wurde.
Seine berufliche Laufbahn begann Eberhard Plein bei der Gewerkschaft Brigitta, Hannover. Wie viele junge Geologen in der Erdölindustrie arbeitete er zunächst als Bohrungsgeologe. Er geriet in den einsetzenden Nachkriegsboom der Erdölexploration, der zur Entdeckung zahlreicher größerer Erdölfelder sowie – für die „rein“ akademische Welt meist nicht spürbar – zur Schaffung wichtiger biostratigraphischer und strukturgeologischer Grundlagen führte, auf die sich das heutige Verständnis über den Aufbau des NW-deutschen Beckens, des Oberrheingrabens oder der Molasse gründet. Erarbeitet wurden die meist firmeninternen Grundlagen von interdisziplinären Teams unter seiner Mitarbeit. 1960 wurde Eberhard Plein Leiter der Geologie der „Brigitta“. Von da beeinflusste er ganz wesentlich die Explorationsstrategie des Unternehmens, die mit Beginn der 60er Jahre auf die tieferen erdgasführenden Stockwerke des Zechstein, Rotliegend und Karbon zielte. Sein Team entwickelte erste paläogeographische und genetische Vorstellungen zu den Ablagerungsräumen des basalen Zechstein und des Oberrotliegend und erkannte die wirt- und wissenschaftliche Bedeutung der Oberrotliegend-Gräben mit ihren äolischen Speichergesteinen. Nach Fusion der Gewerkschaften Brigitta und Elwerath 1970 zur BEB wurde er Chefgeologe der damals größten in der Bundesrepublik operierenden Erdölfirma.
Bereits früh erkannte er, dass die bei der Exploration gewonnenen, meist streng vertraulichen Daten mit der Geo-Community diskutiert werden sollten. Dies führte zu Kooperationen mit Geologischen Diensten und Hochschulen sowie zu fachübergreifenden Forschungsvorhaben. In der Folge entstanden grundlegende Arbeiten über das Rotliegend, den basalen Zechstein NW-Deutschlands oder den Schneverdingen-Sandstein.
Bedeutende Projekte waren das Oberkarbon-Programm oder das Programm zur Genese und Migration von Erdölen im Niedersächsischen Becken. Wichtiges Proben- und Datenmaterial, dessen Freigabe er initiierte, wurde Basis zahlreicher Publikationen und Dissertationen. Seine Lehrtätigkeit nutzte er, um dem studentischen Nachwuchs die in der KWExploration angewandten modernen Methoden nahezubringen. 1985 wurde er Honorarprofessor an der Universität Heidelberg. 1986 trat Eberhard Plein in den Ruhestand.
Frei von den Pflichten eines leitenden Industriegeologen widmete er sich nun verstärkt der Lehre sowie längeren geologischen Reisen. Sein bereits früh entfachtes Interesse für das Perm führte zu mehreren Veröffentlichungen und einem Engagement in der Subkommission Perm-Trias der Deutschen Stratigraphischen Kommission. Von 1996–2000 war er Vorsitzender der SKPT, in seine Amtszeit fällt eine intensive Arbeitsperiode mit der Behandlung wichtiger Beschlüsse z.B. zur Neugliederung von Keuper, Muschelkalk und Röt sowie der Beginn der Grundsatzdebatte über Folgen/Formationen in der Dyas und Germanischen Trias.
Die Deutsche Geologische Gesellschaft ehrte Eberhard Plein 1989 mit der Verleihung der Hans-Stille-Medaille.
Heinz-Gerd Röhling (Hannover), Reinhard Gaupp (Jena) & Reinhard Gast (Mittelangeln).

 

Dr. Johannes Pfeuffer 4.10.1933  -  † 2006

Johannes Pfeuffer wurde im bayerischen Tutzing geboren. Er studierte an der TH München und der Bergakademie Clausthal Zellerfeld und wurde zum Dr. Ing. promoviert. Zwischen 1959 bis 1962 war er als Berg-Referendar bzw. anschließend als Bergassessor beim Oberbergamt München tätig. Danach folgte ein steiler Karrieresprung. Stellvertretender Betriebsleiter der Maxhütte, St. Anna und Maffei sowie der Kalkwerke Vilshofen und Betriebsleiter der Eisenerzbergwerks Maffei. Spät wurde er Direktor der Leonier Maxhütte in Auerbach/Opf. Herausragend war u.a. sein Engagement in Fragen der Unfallverhütung im süddeutschen Ausschuss der Bergbau-Berufsgenossenschaft und der Knappschaft, wofür er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde. Zu Beginn der achtziger Jahre war er Lehrbeauftragter am Inst. f. Geologie und Mineralogie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, 1988 folgte die Ernennung zum Honorarprofessor. Johannes Pfeuffer hatte aktiv internationale Verbindungen nach China und Russland geknüpft, wofür er mehrere Auszeichnungen erhielt.
Nachruf in GMIT Nr. 27, März 200

 

Prof. Dr. Alexander A. Prashnowsky 1921 - † 2015

Am 21. Mai 2015 starb auf der Insel Zypern der Geochemiker Prof. Dr. Alexander A. Prashnowsky (Bonn) bei Forschungsarbeiten im Alter von 93 Jahren; er wurde auf dem Alten Friedhof in Bonn beigesetzt. Am 4. Juli 1921 wurde Alexander Prashnowsky in Mukden in der Mongolei geboren. Seine russischstämmigen Eltern wurden Opfer politischer Säuberungen, so dass er seine Kindheit und Jugendzeit weitgehend in Kinderheimen und Lagern verbrachte. Als etwa 20-Jähriger schloss er sich in der Endphase des 2. Weltkriegs der antikommunistischen Russischen Befreiungsarmee (ROA, „Wlassow-Armee“) an, die bis Mai 1945 existierte. So gelangte er auf Umwegen schließlich nach Deutschland. Hans Cloos versteckte ihn nach dem Kriegsende im Geologischen Institut der Universität Bonn und schützte ihn so vor einer etwaigen Auslieferung an die Sowjetunion. Er studierte in Bonn anschließend Geologie und promovierte Anfang der 1950er Jahre bei Prof. Dr. Wilhelm Bierther mit geochemischen Untersuchungen an fossilarmen Schichten am Südrand des Rheinischen Schiefergebirges. Dabei wandte er auch organisch-geochemische Methoden an, die er selbst entwickelt hatte. Sein Interesse galt fortan vor allem organisch-geochemischen Themen, welche er auch nach seinem Wechsel an die Universität Würzburg verfolgte; dort habilitierte er sich bei Prof. Dr. Georg Knetsch. Am Geologischen Institut der Universität Würzburg leitete er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand die Abteilung Organische Geochemie. Bis ins hohe Alter pflegte er Kontakte mit zahlreichen Wissenschaftlern aus aller Welt – vor allem Japan, Australien, China, Russland, USA, Griechenland und der Schweiz. Er organisierte zwei große internationale Symposien aus Anlass des 80. und 100. Geburtstages von Alfred Treibs – des Begründers der Organischen Geochemie – und gab hierzu zwei umfangreiche Symposiumsbände, erschienen 1980 und 2002, heraus. Diese enthalten Beiträge von bedeutenden Chemikern und Geochemikern. Dank der Unterstützung seitens der chemischen Industrie befasste er sich mit Forschungen u.a. über biochemische und elektronenmikroskopische Untersuchungen an präkambrischen Gesteinen der alten Schilde – auch zusammen mit seiner Frau H. E. Prashnowsky-Dobrowolsky. Als erster wies er Aminosäuren in vulkanogenen Kaolin-Kohlentonsteinen des Oberkarbons nach.

Als jahrzehntelanges Mitglied der Geologischen Vereinigung verfasste er ehrenamtlich die russischen Übersetzungen der Kurzfassungen aller Beiträge in der Geologischen Rundschau. Dadurch stieg der Einzelverkauf der Jahresbände dieser internationalen Zeitschrift in den Ländern der UdSSR und des Ostblocks deutlich an, was  zu entsprechenden Einnahmen für die Geologische Vereinigung (GV) führte.

Aufgrund der Wirrnisse in seiner Kindheit und Jugend öffnete er sich nur dem, der ihn näher kannte. Bescheidenheit, freundschaftliche Verbundenheit sowie persönliche Anteilnahme, aber auch eine gewisse Beharrlichkeit als Wissenschaftler zeichneten seine Persönlichkeit aus.

Ulrich Jux (Bergisch-Gladbach), Joachim Nagel (Bad Bodendorf), Diethard E. Meyer (Essen)

 

Prof. Dr. Hannfrit Putzer 18.05.1913 -  † 20.12.2004

In Lägerdorf/Holstein geboren verbrachte Hannfrit Putzer seine Schulzeit in Höxter und Gotha. Danach absolvierte er eine Kartographielehre an der Geographische Anstalt, Gotha und begann 1933 mit dem Studium der Geologie, Mineralogie und Geophysik in Jena. 1937 schrieb er seine Dissertation zu Ablagerungen des Rhät und Lias. 1943 erfolgte in Straßburg die Habilitation. Während des 2. Weltkrieges war er als Geologe in Osteuropa und auf dem Balkan tätig. Nach der Kriegsgefangenschaft arbeitete er zunächst als selbständiger Geologe von Rinteln/Weser aus, hauptsächlich auf dem Gebiet der Hydrogeologie sowie Exploration von Steinkohlelagerstätten, Zinnstein- und Uranerzvorkommen in Brasilien. 1955 erhielt er eine Anstellung im Amt für Bodenforschung, Hannover (heute BGR). Bereits 1968 erfolgte die Ernennung zum Honorarprofessor durch die TH Hannover. Ab 1970 übernahm er die Leitung der Unterabteilung "Allgemeine und Infrastrukturgeologie" im BfB. Hannfrit Putzer knüpfte vielseitige Kontakte zu ausländischen Geologischen Diensten und war bei zahlreichen Projekten der technischen Zusammenarbeit in Südamerika und Afrika hilfreich tätig. So hat er beispielsweise die Entsendung einer lagerstättenkundlich-hydrogeologischen Mission der BfB nach Recife/Nordost-Brasilien fachlich und verfahrenstechnisch sehr gefördert.
Außerhalb der dienstlichen Sphäre hat sich Prof. Putzer durch seine Tätigkeit als Vorsitzender der Naturhistorischen Gesellschaft Hannover (NGH) (1972 bis 1978) sowie im Bereich des Umweltschutzes verdient gemacht. 1978 schied er mit Erreichen der Altersgrenze aus dem Staatsdienst aus.
Nachruf in GMIT Nr. 21

Q - U

Dr. habil. Dr. h.c. Artur Roll  1907-  † 9.04.2005

Geboren im schwäbischen Altensteig verbrachte Artur Roll seine Schulzeit und auch den größten Teil seines Studiums in Tübingen. Hier wurde er 1930 mit einer Arbeit über den Oberen Malm im Schwäbischen Jura promoviert. Danach arbeitete er fünf Jahre als Assistent am Geologisch-Paläontologischen Institut Tübingen. 1935 trat er in die Dienste der argentinischen staatlichen Ölgesellschaft YPF ein. Es folgten interessante und arbeitsreiche Lehrjahre in Patagonien und Neuquén. Kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges kehrte er nach Deutschland zurück. Als Erdölgeologe fand er bei der "Gewerkschaft Elwerath Erdölwerke Hannover" eine Anstellung. Während des Krieges hatte er das junge Ölfeld Mölme und mehrere Reichsbohrungen in der Umgebung zu betreuen.
1946 wurde Artur Roll zum Chefgeologen der Gewerkschaft Elwerath ernannt. Dort führte er seine Arbeiten in den folgenden Jahren der "Boomphase der deutschen Erdöl- und Erdgassuche" fort. 1967 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Naturwissenschaftlichen Fakultät der T. H. München für seine Verdienste um die geologische Erkundung des bayerischen Alpenvorlandes. Artur Roll war auch ein leidenschaftlicher Sammler von rezenten Schnecken- und Muschelgehäusen. Noch im hohen Alter stand er in Kontakt mit internationalen Malakozoologen, wenn es darum ging, eine unbekannte Art in das System einzuordnen. Seine einmalige Sammlung hat er der Zoologischen Staatssammlung in München vermacht. Artur Roll war Mitglied der Deutschen Geologischen Gesellschaft (DGG) und hatte über viele Jahre hinweg das verantwortungsvolle Amt des Schatzmeisters (1948-1952) inne. Von 1953 bis 1955 war er Beiratsmitglied der DGG.
Nachruf in GMIT Nr. 22

 

Prof. Dr. Kurt Rucholz 1925 - †14.08. 2008

Kurt Ruchholz wurde 1925 in Peenemünde auf Usedom geboren. In Franzburg besuchte er das Gymnasium, wurde aber noch während der Schulzeit für die beiden letzten Kriegsjahre zur Luftwaffe als Pilot eingezogen. Erst 1947 konnte er das Abitur ablegen und begann ein Studium der Pädagogik in den Fächern Geographie und Biologie an der Universität Greifswald. Nach Abschluss der pädagogischen Examina und einer Arbeit über das baltische Ordovizium wurde der 25-Jährige zum Studium der Geologie umgeschrieben. Nach seiner Diplomarbeit mit dem Thema "Die Lagerungsverhältnisse an der Nordflanke des Büchenberg-Sattels im Harz" folgte 1956 die Dissertation über "Gerölluntersuchungen im Unterdevon des Harzes". 
Mit der Berufung seines wissenschaftlichen Mentors Serge von Bubnoff 1951 nach Berlin wurde er noch als Student mit Lehraufgaben betraut und las bereits die "Allgemeine Geologie. 1960 wurde Kurt Ruchholz mit der Wahrnehmung einer Dozentur für Allgemeine Geologie und Stratigraphie beauftragt. 1961 habilitierte er sich. Schwerpunkte seiner Forschungsarbeit waren das Harzer Grundgebirge und die Sedimente seiner pommerschen Heimat.
Küste und Kliff mit pleistozänen Mergeln und Sanden und die ständig wechselnden Verhältnisse am rezenten Strand auf Usedom waren ihm beim Besuch seines Refugiums in Ückeritz willkommene Möglichkeit, die Entstehung junger Sedimentkörper und die Küstendynamik zu studieren.
Kurt Ruchholz, der emeritierte Lehrstuhlinhaber für Allgemeine und Regionale Geologie an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, verstarb am 14. August 2008.
 

Kurt Paul Unger 1925 – † 5.8.2007

Am 5.8.2007 verstarb Kurt Paul Unger im Alter von 81 Jahren in Freiberg. Die Quartärforschung Mitteldeutschlands nach dem 2. Weltkrieg, insbesondere die in Thüringen, ist untrennbar mit seinem Namen verbunden.
K. P. Unger studierte 1947–1952 Geographie und Geologie in Greifswald und Jena. Nach der Promotion über „Klimatologische Untersuchungen an pleistozänen Schottern der Saale“ (1955) und Assistentenjahren in Jena und Rostock wurde Kurt Unger 1957 Fachgebietsleiter Känozoikum im Geologischen Dienst Jena (später VEB Geologische Forschung und Erkundung). Bis 1985 war die geologische Landesaufnahme seine Hauptaufgabe.
An der Erarbeitung der Geologischen Karte 1:25.000, Blätter Schernberg, Sondershausen, Bürgel, Weißensee, Gotha, Erfurt/NW und Greußen sowie der „Lithofazieskarte Quartär“ i. M. 1:50.000 hatte er maßgeblichen Anteil.
Ab 1981 erweiterte sich sein Tätigkeitsfeld auf das Tertiär. Die Modellierung komplizierter, salztektonisch oder glazigen gestörter Braunkohlenlagerstätten wurde zu seiner Spezialität. In Nachwendezeiten entstanden Beiträge in Standardwerken wie der „Geologie von Thüringen“ (1995) oder „Das Quartär Deutschlands“ (1995).

V - Z

Prof. Dr. Hansjust Wolfgang Walther 1.11.1918   -  † 30. 03 2005

H.W. Walther wurde in Cottbus geboren, wo er 1937 das Abitur ablegte. Nach dem Krieg, 1946, nahm er das Geologiestudium in Göttingen auf. 1951 verfasste er seine Dissertation bei Prof. Hermann Schmidt über jurassische Gastropoden und Mikrofosslien aus dem Jura südlich der Hils-Mulde. Von 1952 bis 1956 war er im Lagerstättenausschuss der GDMB (Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute) tätig. 1956 kam er zum damaligen Amt für Bodenforschung (der späteren BGR). Hier wirkte er in der Abteilung Wirtschaftsgeologie bei mehreren Auslandseinsätzen (Griechenland, Indonesien, Philippinen, Nordafrika) mit. Er erarbeitete Kurzexpertisen zu zahlreichen Lagerstätten vor allem in Afrika und Asien sowie auch zahlreiche Kartenwerke und monographische Bearbeitungen deutscher Eisen- und Metallerzlagerstätten, u.a. im Harz und Westfalen. Das von ihm begonnenen "Lagerstättenkundlichen Wörterbuchs" wurde 2003 herausgegeben. Hansjust Wolfgang Walther war Beiratsmitglied für die Deutsche Geologische Gesellschaft (1972 bis 1975). Die GDMB ernannte ihn 1984 zu ihrem Ehrenmitglied.
Nachruf in GMIT Nr. 20

Dr. Gerd Wiesemann 5.04.1930  -  † 11.01.2007

Der gebürtige Hannoveraner studierte ab 1950 in Hamburg und arbeitete dort u.a. über Bryozoen der höchsten Oberkreide. Dissertation zu diesem Thema erfolgte 1961. Nach dem Studium ging er zur Bundesanstalt für Bodenforschung (spätere BGR) nach Hannover. Langjährige Auslandsaufenthalte führten ihn in den Nahen Osten und nach Mittelamerika. In Jordanien erstellte er erstmals eine zusammenfassende geologische Kartierung mit systematischer biostratigraphischer Arbeit. Zwischen 1967 und 1971 war er Leiter der geologischen Projektgruppe in El Salvador.
Nachruf in GMIT Nr. 29, Sept. 2007

Ludwig Wolf 11.7.1933 – 5.1.2008

Ludwig Gerhard Wolf wurde am 11. Juli 1933 in Chemnitz geboren. Er studierte in Rostock bei Prof. K. v. Bülow und in Freiberg Geologie. Ab 1957 nahm er eine Tätigkeit im Geologischen Dienst in Freiberg auf, dem späteren VEB Geologische Forschung und Erkundung. Über mehr als 15 Jahre waren die Arbeiten an den Lithofazieskarten Quartär sein wichtigstes Betätigungsfeld.
Nach 1990 wurde Ludwig Wolf zunächst in den Aufbaustab für die neu zu gründende Landesanstalt für Boden und Geologie berufen. Von 1991 bis 1998 gehörte er dem Sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie in Freiberg als Referatsleiter für die geologische Landesaufnahme des Deckgebirges an.
Seine langjährige Arbeit im Quartär, vor allem aber die kontinuierliche Aufnahme und Auswertung von Geländebefunden fanden ihren Niederschlag in über 100 Veröffentlichungen und Ergebnisberichten; hervorzuheben sind seine Arbeiten über die Flussterrassen der Elbe und anderer mittel- und ostsächsischer Flüsse sowie über elsterzeitliche glaziäre Bildungen.
Auch noch im Ruhestand arbeitete der „sächsische Quartärkartierer“ in Zusammenarbeit mit anderen Kollegen im Auftrag des Landesamtes. Ludwig Wolf verstarb am 5. Januar 2008 in Chemnitz.

Johann-Gotthelf Zscheked 1924  -  † 10.03.2004

Johann-Gotthelf Zscheked stammte aus Mecklenburg und studierte nach der Kriegsgefangenschaft 1946 in Greifswald Geologie bei Professor Serge von Bubnoff. Seine Dissertation (1955) in Berlin behandelte die Stratigraphie und Tektonik des Unterdevons im Westharz; seine Gliederung des Kahlebergsandsteins blieb bis heute gültig. Nach gutachterlicher Tätigkeit im Bergbau arbeitete er auf dem Gebiet der Kartierung und der Ingenieurgeologie am Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung (NLfB). Ihm gelang die Erklärung der submarinen Rutschung im Westharz, die bis dahin als tektonische Bewegungen gedeutet worden war. Talsperren- und Wassererschließungsgutachten führten ihn bis in den Sudan. Ab 1963 war er einer der ersten freiberuflich tätigen Geologen gemeinsam mit Dipl.-Ing. Hans Kaiser. Nach seinem Rückzug aus der "aktiven Geologie" zog es ihn nach Südschweden und in seine Heimat in Schwerin, wo er 2004 starb.
Nachruf in GMIT Nr. 17

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