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Suche nach Spurenstoffen: Im Rahmen einer neuen transnationalen Ausschreibung, an der sich 32 Institutionen aus 26 Ländern beteiligen, werden Projekte zur Erforschung von Verunreinigungen im gesamten Wasserkreislauf gefördert. © Happyphotons - stock.adobe.com

AquaticPollutants: Auf der Suche nach Spurenstoffen und multiresistenten Krankheitserregern im Wasserkreislauf

Die Wasserressourcen sind immer mehr mit anthropogenen Spurenstoffen belastet, wodurch die Wasserwirtschaft vor große Herausforderungen gestellt wird. Vor diesem Hintergrund startet im Februar 2020 eine vom Bundesforschungsministerium initiierte transnationale Ausschreibung, an der sich 32 Institutionen in 26 Ländern beteiligen. Ziel ist, Verunreinigungen im gesamten Wasserkreislauf sowie deren Folgen für unsere Gesundheit zu untersuchen.

Es ist eine Spurensuche mit modernsten Methoden: Durch neue analytische Verfahren können Chemiker heute geringste Stoffkonzentrationen in der Umwelt nachweisen. Der Fokus richtet sich vor allem auf die Gewässer. Hier wird immer häufiger eine Belastung mit Spurenstoffen festgestellt, die auf den Gebrauch von Alltagsprodukten, aber auch auf die landwirtschaftliche Produktion zurückzuführen sind.

Die mikroskopisch kleinen Teilchen gelangen vielfach mit dem Abwasser in die Kläranlagen. Organische Substanzen können dort durch biologische Aufbereitungsverfahren gut beseitigt werden. Für die Entfernung chemischer Verbindungen fehlen häufig noch effektive Technologien. Zwar werden bundesweit Verfahren der vierten Reinigungsstufe auf der Basis von Ozon oder Aktivkohle erprobt - ihr flächendeckender Einsatz wäre allerdings kostspielig.

Hinzu kommt eine weitere Problematik: Die Spurenstoffe im Wasser können auch die Ausbreitung von gefährlichen Krankheitserregern befördern. Vor allem Arzneimittelrückstände, die aus der Landwirtschaft und den Haushalten stammen und laut Studien nahezu deutschlandweit in Fließgewässern sowie Grundwasserproben festgestellt wurden, führen möglicherweise zur Bildung multiresistenter Bakterien.

In der Politik werden bereits Maßnahmen diskutiert, um die Flüsse und Seen besser vor Spurenstoffen zu schützen – unter anderem mit einem im Dezember 2019 eingerichteten Runden Tisch der Bundesregierung. Ziel ist die Erarbeitung einer Spurenstoff-Strategie. Auch der Bundesrat hat sich für mehr Gewässerschutz und eine Verringerung von Arzneimitteleinträgen ausgesprochen. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)