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Bedarf an Titanmetall wird kontinuierlich steigen

Titanmetall: Ein kleiner –aber wichtiger– Markt

Nur 5 % der weltweit geförderten Titanminerale werden zur Herstellung von Titanmetall verwendet, denn der Großteil wird zum Weißpigment Titandioxid verarbeitet. Wegen seinem hohen Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht ist Titan ein bedeutender Leichtbaurohstoff und damit ein wichtiges Material in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Weitere Industrieanwendungen von Titan liegen u. a. in der chemischen Industrie, der Schifffahrt, der Meerwasserentsalzung und der Stromerzeugung. In Legierungen wird Titan am häufigsten in Form von Ferrotitan als Stahlveredler eingesetzt. Das Leichtmetall weist eine gute Biokompatibilität mit dem menschlichen Körper auf und wird daher oft für medizinische Implantate verwendet. Der geschätzte weltweite Titanmetallbedarf für das Jahr 2019 liegt laut Roskill bei ca. 261 kt.

Der erste Schritt in der Wertschöpfungskette des Titanmetalls beginnt mit der Chlorierung des Titanminerals Rutil bzw. des aus dem Ilmenit produzierten synthetischen Rutils oder der produzierten Titanschlacke zu Titantetrachlorid. Anschließend wird dieses Zwischenprodukt weiter zu Titanschwamm verarbeitet. Titanschwamm wird in China, Indien, Japan, Kasachstan, Russland, der Ukraine und den USA hergestellt. Auf China, Japan und Russland entfallen über 80 % der weltweitenProduktion. Im Jahr 2018 wurden weltweit rund 202 kt Titanschwamm produziert. Neben Titanschwamm ist Titanschrott ein wichtiges Ausgangsmaterial für weitere Titanprodukte. Der Anteil des Titanschrottes in Schmelzprodukten lag 2017 – 2018 zwischen 25 – 30 %. Vor allem zur Herstellung von Ferrotitan wird vielfach Titanschrott eingesetzt.

In den letzten Jahren wurde die Nachfrage nach Titanhalbzeugen hauptsächlich von der Luft- und Raumfahrtbranche getrieben. Dieses Wachstum wird sich in den nächsten Jahren auch weiter fortsetzten. Der Bedarf aus Industrieanwendungen wird bis 2029 ebenfalls zunehmen. Ein wichtiger Sektor stellt hierbei die Stromerzeugung insbesondere aus Kernkraftwerken und Gaskraftwerken dar. Aber auch die Inbetriebnahme von Meerwasserentsalzungsanlagen in Asien wird ein bedeutender Nachfragetreiber nach Titan darstellen. Für das Jahr 2029 rechnet Roskill mit einer Gesamtnachfrage nach Titanmetall von ca. 319 kt. Dies entspricht einer Zunahme von ca. 22 % im Vergleich zum Jahr 2019.

Weitere Informationen finden Sie auf:www.deutsche-rohstoffagentur.de

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