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Prof. Michael Schlömann (rechts) erläutert Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow das Verfahren der Biolaugung im Labor. Foto: TU Bergakademie Freiberg

Bergbau mit Bakterien – Neues Verfahren zur Gewinnung von Rohstoffen

Forschende der TU Bergakademie Freiberg und sächsische Unternehmen haben umweltverträglichen Abbau im Erzgebirge im Blick. Ihre Lösungen stellten sie Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow bei seinem Besuch an der Universität am 16. Juli vor.

Der technologische Fortschritt der jüngeren Vergangenheit hat die Nachfrage nach Rohstoffen stark steigen lassen. Dabei sind zuletzt vermehrt auch Elemente in den Blick geraten, die früher für die industrielle Produktion kaum relevant waren. Heute sind Seltene Erden oder Metalle wie Indium gefragt wie nie. Indium wird etwa für die Produktion von Dünnschicht-Solarmodulen oder auch Touchscreens benötigt.

Die Gewinnung dieses Technologiemetalls erfolgt bislang zu Lasten von Mensch und Umwelt. In enger Zusammenarbeit  mit der Firma Saxore Bergbau GmbH haben Forschende der TU Bergakademie Freiberg in einem Projekt der Dr.-Erich-Krüger-Stiftung ein Verfahren entwickelt, das umweltschonenden und zugleich wirtschaftlichen Bergbau auch im Erzgebirge in naher Zukunft Realität werden lässt.

Die Lösung sind Bakterien in Bioreaktoren

Projektleiter und Direktor des Instituts für Biowissenschaften, Prof. Michael Schlömann: „Die Bakterien können gemahlenes Gestein so verarbeiten, dass eine Lauge entsteht. Diese Lauge ist die Grundlage, um die einzelnen, im Erzgestein enthaltenen Rohstoffe (Metalle)voneinander zu trennen. Die Organismen übernehmen hier die Arbeit von Chemikalien, die sonst üblicherweise zugesetzt werden. Insgesamt wird weniger Energie benötigt als in bisherigen Verfahren und es wird möglich, die Gewinnung von Rohstoffen innerhalb eines Bergwerkes zu realisieren.“

Dr. Marco Roscher, Geschäftsführer der Saxore Bergbau GmbH ergänzt: „Gemessen an den weltweiten Indium-Vorkommen ist das Erzgebirge eines der größten Vorkommen des seltenen Metalls. Leider ist der Rohstoff nur in geringen Konzentrationen im Gestein zu finden. In der Verfahrensentwicklung war es deshalb notwendig, eine Art Pulver bereitzustellen, mit dem die sogenannte Biolaugung mit Hilfe von Bakterien funktioniert. Das ist inzwischen gut gelungen und wir sind zuversichtlich, dieses Bioreaktor-Verfahren in die Anlagen implementieren zu können, die wir untertage beim Abbau zum Einsatz bringen wollen.“
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