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Die Barogramme der Explosion in Beirut – inklusive der Analyse (Richtung und scheinbare Geschwindigkeit). Die Aufzeichnungen stammen von der BGR-Station IS26 im Bayerischen Wald. Quelle: BGR

BGR: Stärke der Explosion in Beirut entsprach 1.100 Tonnen TNT

Die verheerende Explosion in Beirut (Libanon) am 4. August um 18:08 Uhr Lokalzeit, bei der mehr als 100 Menschen getötet und Tausende verletzt wurden, haben seismologische und Infraschall-Stationen im Umkreis von mehreren tausend Kilometern Entfernung registriert. Auch Stationen der BGR empfingen die Signale. An Hand der vorliegenden Daten hat die BGR jetzt die Stärke der Explosion berechnet: So sind nach offiziellen Mitteilungen bei dem Ereignis in Beirut etwa 2.700 Tonnen Ammoniumnitrat explodiert. Selbst auf Zypern hörten Menschen die Explosion. Der nicht-hörbare Schall der Explosion wurde sogar an Infraschall-Stationen in 9.000 km Entfernung auf den Bermuda-Inseln aufgezeichnet, ebenso an seismologischen und hydroakustischen Stationen im Umkreis bis zu 400 km. Anhand der seismologischen Daten kann die Stärke der Explosion nach Berechnungen der BGR mit einer Magnitude von 3,5 abgeschätzt werden. Für die Abschätzung der Stärke der Explosion ist jedoch die Verwendung des Infraschalls besonders relevant. Hier ergibt sich auf Grundlage der Aufzeichnungen an den Stationen eine Ladungsmenge von bis zu 1.100 Tonnen TNT-Äquivalent. Ein Wert, der mit den offiziellen libanesischen Meldungen übereinstimmt, da Ammoniumnitrat als Sprengstoff etwa halb so wirksam ist wie TNT.

Die BGR fungiert als Nationales Datenzentrum für die Verifikation des umfassenden Kernwaffenteststoppabkommens CTBT. Ein internationales Überwachungsnetz mit über den Globus verteilten Messstationen, darunter auch Stationen der BGR, überwacht die Einhaltung des Vertrages. Ziel ist es, Kernsprengungen mit einer Ladungsstärke von mindestens 1.000 Tonnen TNT-Äquivalent zuverlässig detektieren zu können. Mehr erfahren...

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