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Überschneidung zwischen der Existenz von Neandertalern und Home Sapiens: Im Vergleich die sieben Jahre alte Kurve IntCal13 und die neue Kurve IntCal20.

Das Rauschen aus den Daten holen

Kieler Forschungsteam hilft bei Neubestimmung der Radiokarbon-Eichkurve

Die Radiokarbondatierung ist die Standardprozedur wenn es darum geht, das Alter von beispielsweise archäologischen Funden wie Knochen zu bestimmen. Auch zurückliegende Klimaereignisse lassen sich damit datieren. Bei besonders alten Proben waren die Ergebnisse bislang oft ungenau und es gab große zeitliche Abweichungen von teils mehreren tausend Jahren. Ein internationales Projekt unter Beteiligung von Forschenden der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat die Eichkurven für die Radiokarbondatierung in der Nördlichen und Südlichen Hemisphäre und im Ozean neu berechnet und die zeitliche Schwankungen erheblich reduziert. Ihre Ergebnisse haben die Forschenden in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Radiocarbon veröffentlicht.

Durch die kosmische Strahlung bildet sich in der Atmosphäre das Kohlenstoffisotop 14C. Pflanzen nehmen es über die Fotosynthese auf, Menschen und Tiere über die Nahrungskette. Da sich die Halbwertszeit des Isotops von 5.730 Jahren relativ genau bestimmen lässt und der Zerfallsprozess gleichförmig verläuft, eignet sich die Bestimmung des Gehalts von 14C für die Altersbestimmung sehr gut. Das gelingt für Fundstücke, die bis zu 60.000 Jahre alt sind. Der 14C-Gehalt in der Atmosphäre ist allerdings nicht immer gleich hoch gewesen, und damit variierte auch sein Anteil in den Organismen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern arbeiten stetig daran, diese Störvariable zu entfernen und die Radiokarbon-Kalibrierungskurve (oder auch Eichkurve genannt) genauer zu bestimmen. Zur exakten Altersbestimmung wird die Kalibrierungskurve als Referenz herangezogen. Wird in einer Probe der 14C-Wert beispielsweise auf das Jahr 5300 v. Chr. datiert, entspricht dies der linearen Halbwertszeit des Isotops. Um die atmosphärischen Einflüsse in die Datierung mit einzubeziehen, vergleichen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen Wert mit der Kalibrierungskurve und können die Probe so einem konkreten Zeitraum in der Erdgeschichte zuordnen. Mehr erfahren...

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