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In der Zeit zwischen Mega-Erdbeben kommt es immer wieder zu kleineren Beben zwischen ozeanischer und kontinentaler Platte (sog. Hintergrundbeben). Wo durch diese Beben viel Energie freigesetzt wird, hebt sich Küstengebirge schneller. Im Gegensatz dazu finden sich in Regionen mit weniger Hintergrundbeben langsam anhebende Küstengebirge. Grafik: Uni Tübingen

Daueraktivität kleiner Erdbeben lässt Berge wachsen

Geowissenschaftler messen Zusammenhang: Mega-Beben verbiegen Landschaften zyklisch und kurzzeitig ? die stetige Energie kleiner Beben gestaltet langsam und dauerhaft um

Erdbeben sind aus menschlicher Perspektive die Naturkatastrophen, die den größten Schaden anrichten – in den vergangenen hundert Jahre hatten sie mehr als 200.000 Tote und enorme wirtschaftliche Schäden zur Folge. Als besondere Bedrohung gelten Mega-Erdbeben mit Stärke neun oder höher auf der Richter-Skala. Allerdings scheinen die unvorstellbaren Energien, die dabei freigesetzt werden, keinen Einfluss auf die Hebung von Gebirgen haben, wie Geowissenschaftler der Universität Tübingen in einer Studie feststellen. Wichtiger für die Landschaftsgestaltung scheint die Energie kleiner Beben, die stetig im Hintergrund arbeiten: In den Untersuchungsgebieten Chile und Japan fanden Professor Todd Ehlers und Dr. Andrea Madella (Bereich Geologie und Geodynamik) Parallelen zwischen deren seismischen Aktivitäten und dem Muster und Verlauf von Gebirgshebungen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Geoscience veröffentlicht.

Erdbeben entstehen in der Regel in den Bereichen der Erde, an denen Kontinentalplatten zusammenstoßen. Entlang der chilenischen Küste zum Beispiel wird die Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte gedrückt, sodass letztere gestaucht wird und dabei über Hunderte von Jahren elastische Energie ansammelt. „Entlädt sich diese Energie in kurzer Zeit – häufig in weniger als einer Minute – kommt es zu Erdbeben bis hin zu Mega-Beben mit furchteinflößenden Erderschütterungen“, sagt Todd Ehlers, „währenddessen rutscht die ozeanische Platte unter die Kontinentale“.

Außerdem faltet sich am Rand der gestauchten Platte ein Gebirge auf – an der Westküste Perus und Chiles sind es die Anden, deren Berge eine Höhe von mehr als 6.900 Metern erreichen. Auf den Inseln Japans, wo mehrere Kontinentalplatten zusammenstoßen, bilden Gebirge einen Großteil der Landmasse. Mehr erfahren..

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