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Gemälde von Donald E. Davis, das den Asteroideneinschlag in der Halbinsel Yucatán darstellt.

Detailreiche Katastrophenchronik

Das Ende des Dinosaurierzeitalters ist durch eines der schwersten Massenaussterben der Erdgeschichte markiert. Eine Arbeitsgruppe von der Universität Yale hat jetzt im Detail untersucht, was in den Weltmeeren passierte als von einem Jahr aufs andere die Welt des Erdmittelalters unterging. In den Abhandlungen der US-Akademie der Wissenschaften berichten die Forscher von ihrer Arbeit.

"Ein Asteroideneinschlag ist ein großes, aber sehr kurzes Ereignis. Wir wußten also, dass es sehr schwer werden würde, in den Sedimentbohrkernen der Tiefsee Material zu finden, das den Impakt überliefert, weil sich das Sediment dort nur sehr langsam ansammelt. Aber wir hatten Glück", berichtet Michael Henehan, PostDoc am Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam, über sein letztes Projekt an der Eliteuniversität Yale in den USA, bevor er ans GFZ wechselte.

Das Glück bestand in einer Exkursion nach einer Tagung in Amsterdam. Sie führte in eine Höhle in der niederländischen Provinz Limburg, in der sich Sedimente erhalten haben, die die Kreide-Paläogen-Grenze archivierten. Die Höhle, die heute tief im Landesinneren liegt, war damals Teil eines Küstenmeeres. "Und dort fanden wir dicke Ton-Schichten aus der Wechselzeit", so Henehan. Mit etlichen Kilogramm Sediment im Gepäck flogen die Forscher zurück in ihre Labore in New Haven und ergänzten mit diesen Randmeer-Sedimenten die Tiefsee-Bohrkerne. Heraus kam die äußerst detaillierte Chronologie eines katastrophalen Einschnitts in der Erdgeschichte.

Danach hat es unmittelbar nach dem Einschlag einen drastischen Versauerungsschub in den Weltmeeren gegeben. Um mindestens 0,25 Einheiten sank der pH-Wert innerhalb von nur 1000 Jahren ab. Zum Vergleich: die derzeitige Ozeanversauerung durch die anthropogene Treibhausgasbelastung der Atmosphäre beträgt 0,11 Einheiten gegenüber dem Stand von vor 250 Jahren. In den folgenden 40.000 Jahren stieg der pH-Wert dann um 0,5 Einheiten, die vormals versauerten Meere wurden auf einmal basischer als sie während der gesamten Kreidezeit gewesen waren. Und erst nach weiteren 80.000 Jahren hatte sich die Meereschemie wieder auf einen Mittelwert wie vor dem Einschlag eingependelt. Mehr erfahren...

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