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Polarstern-Expedition ARK-XXVII/1 (Foto: Sebastian Menze, Alfred-Wegener-Institut)

Die Erwärmung des Arktischen Ozeans begann Jahrzehnte früher als bisher bekannt

Temperatur und Salzgehalt steigen bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts

Der Arktische Ozean ist bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts immer wärmer geworden – einige Jahrzehnte früher als bisher durch instrumentelle Messungen belegt. Diese Erwärmung wurde durch warmes atlantisches Wasser hervorgerufen, das nordwärts in das empfindliche Ökosystem des Arktischen Ozeans vordringt. Eine internationale Gruppe von Forschenden unter Beteiligung des Alfred-Wegener-Instituts konnte nun die jüngste Entwicklung der arktischen Ozeanerwärmung in der Framstraße, der Verbindung zwischen Atlantik und Arktischem Ozean, durch die Analyse eines Sedimentkerns rekonstruieren. Ihre Ergebnisse publizieren sie jetzt in der Fachzeitschrift Science Advances.

Alle Weltmeere erwärmen sich unter den Bedingungen das gegenwärtigen Klimawandels, aber im Arktischen Ozean - dem kleinsten und flachsten Ozean auf der Erde - steigen die Temperaturen noch schneller als alle anderen Regionen. Die Rate des Temperaturanstiegs ist mehr als doppelt so hoch wie im globalen Mittel, und dies wird auf diverse Rückkopplungsmechanismen zurückgeführt. Die Atlantifizierung ist einer der Gründe für die Erwärmung der Arktis, und das Phänomen ist für die letzten 20 bis 40 Jahre sehr gut beschrieben, weil für diesen Zeitraum Satelliten-Daten zur Verfügung stehen.

In der aktuellen Studie konnten die Forschenden anhand von biologischen und geochemischen Signalen in einem marinen Sedimentkern jetzt nachweisen, dass die Arktis zu Beginn des letzten Jahrhunderts plötzlich wärmer wurde, als warme und salzreiche atlantische Wassermassen verstärkt in die Arktis zu fließen begannen. Dieses Phänomen wird „Atlantifizierung“ genannt, und die nun entdeckte Verstärkung fand deutlich früher statt als bisher angenommen und durch instrumentelle Daten belegt werden konnte: Seit dem Jahr 1900 stieg die Ozeantemperatur um ganze zwei Grad Celsius, während sich das Meereis zurückzog und der Salzgehalt anstieg. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)