Inhalt

Besonders Küstengebiete und Kontinentalränder stellen sehr aktive Grenzen für Veränderungen des Meerwassers hinsichtlich einiger Elementverhältnisse dar. Foto: Fernando Jorge

Die Geschichte der Meerwasser-Zusammensetzung neu schreiben

Neue Studie widerlegt bisherige Annahmen zu konstanten Elementverhältnissen im Ozean

Das Verhältnis von Elementen wie Magnesium, Kalzium oder Strontium im Meerwasser zueinander ist eine wichtige Grundlage für die Rekonstruktion vergangener ozeanischer Prozesse. Bisher ging man davon aus, dass diese Verhältnisse über sehr lange Zeit und großräumig konstant sind. Eine Studie unter Leitung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigt jedoch, dass wichtige Elementverhältnisse im heutigen Ozean deutlich variabler sind als bisher angenommen. Diese Erkenntnis wirft auch Fragen zur Rekonstruktion der Ozeangeschichte auf. Die Studie ist gestern in der internationalen Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences USA (PNAS) erschienen.

Um aktuelle Entwicklungen im Ozean zu verstehen und zukünftige prognostizieren zu können, hilft ein Blick in die Vergangenheit. Allerdings reichen konkrete Messdaten kaum 150 Jahre zurück. Für Informationen aus weiter zurückliegenden Epochen nutzen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler natürliche Archive, die indirekt etwas über damalige Prozesse im Ozean aussagen. Die Bestimmung der Verhältnisse zwischen bestimmten Elementen im Meerwasser, zum Beispiel Magnesium zu Kalzium oder Strontium zu Kalzium, ist dabei ein wichtiges Werkzeug. Diese Element-Verhältnisse werden in den Karbonat-Skeletten von Organismen wie Foraminiferen oder Korallen „eingefroren“ und ermöglichen dann wichtige Rückschlüsse auf Meerwassertemperaturen und andere Umweltbedingungen aus lange vergangenen Zeiten.

Bislang ging man davon aus, dass diese Element-Verhältnisse im Ozean relativ konstant sind und sich nur sehr langsam über Millionen von Jahren verändern. Jetzt hat eine internationale Forschergruppe unter der Leitung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel im Rahmen des Future Ocean Netzwerkes diese Annahme durch eine umfangreiche Studie überprüft. „Dabei fanden wir heraus, dass sich die Variabilität der Magnesium-zu-Kalzium- und Strontium-zu-Kalzium-Verhältnisse im heutigen Ozeanwasser von Ökosystem zu Ökosystem deutlich unterscheiden kann. Da man bislang von einer weitgehend einheitlichen Zusammensetzung im gesamten Ozean ausgegangen war, stellt sich die Frage, ob bisher ein Umwelteffekt übersehen wurde“, sagt Dr. Mario Lebrato, der die Studie vom Institut für Geowissenschaften der CAU aus initiiert hat. Sie ist jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) erschienen. Mehr erfahren...

Kontextspalte

Kontakt

Deutsche Geologische
Gesellschaft – Geologische
Vereinigung e. V. (DGGV)

Geschäftsstelle Berlin
Rhinstraße 84
12681 Berlin

Ansprechpartnerin:
Frau Lara Müller-Ruhe
Tel. 030-509 640 48
E-Mail senden

www.dggv.de

Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)