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Ohne Phosphor kein Pflanzenwachstum, doch dieses Element ist eine weltweit knappe Ressource. © Baks/ iStock

Droht der Welt ein Phosphormangel?

Bodenerosion verstärkt Phosphorverlust aus Böden stärker als gedacht

Knappe Ressource: Forscher haben detailliert untersucht, wo der Pflanzennährstoff Phosphor am knappsten ist – und wodurch er verloren geht. Das überraschende Ergebnis: Mehr als 50 Prozent des weltweiten Phosphorverlusts gehen auf die Bodenerosion zurück – sie schwemmt den Nährstoff aus den Böden in die Gewässer. Besonders betroffen sind davon Afrika, Osteuropa und Südamerika, in Deutschland spielt die Erosion dagegen nur eine geringe Rolle für den Phosphorverlust.

Phosphor ist für das Pflanzenwachstum unentbehrlich, aber weltweit knapp. Im natürlichen Phosphorkreislauf gelangt der Nährstoff zwar über Dung, Mist oder absterbende Pflanzenteile zurück in den Boden. Doch in der Landwirtschaft wird diese Rückführung durch die Ernte unterbunden. Dadurch muss Phosphor durch Düngen zugesetzt werden. Das Phosphor dafür wird aus phosphathaltigen Gesteinsformationen gewonnen und ist daher eine begrenzte Ressource – sofern es nicht rückgewonnen wird.

Wie lange reichen die Ressourcen und wer hat Zugriff?

„Phosphordünger kommen aus nicht erneuerbaren geologischen Lagerstätten und sind daher eine zunehmend knappe Ressource“, konstatieren Christine Alewell von der Universität Basel und ihre Kollegen. Ändert sich nichts, wird der Phosphor für die weltweite Landwirtschaft irgendwann zur Neige gehen. Schon jetzt kommt es auf dem Weltmarkt immer wieder zu drastischen Preisanstiegen und vorübergehender Knappheit.

Wann jedoch die geologischen Ressourcen erschöpft sein werden, ist strittig. So wurden kürzlich zwar neue große Vorkommen in der Westsahara und Marokko entdeckt, die den weltweiten Bedarf für Dünger mehrere hundert Jahre decken könnten. Doch es ist unklar, wie leicht zugänglich dieses Phosphor ist und wer dann den Zugriff auf diese Ressourcen bekommt. China, Russland und die USA bauen ihren Einfluss in diesen Gebieten bereits aus. Europa hat praktisch keine eigenen Phosphorvorkommen. Mehr erfahren...

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