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Gitta Ann von Rönn (links) und Nils Steinfeld untersuchen größere Steinfelder in der Hohwachter Bucht. Mit einem Backengreifer nehmen sie Proben für spätere Untersuchungen. © Forschungstauchzentrum Uni Kiel

Dynamische Steinfelder mit großer Artenvielfalt

Studie der Uni Kiel liefert neue Erkenntnisse zu Dynamik von küstennahen Steinfeldern in der Ostsee

Viele küstennahe Flachwasserbereiche in der Ostsee sind geprägt von Steinfeldern – Gebiete, die neben Sand vor allem aus größeren Steinen und Blöcken aufgebaut sind. Hier siedelt eine Vielzahl an Organismen. Fische finden wichtige Laich- und Schutzgebiete, Seevögel und andere Meeresbewohner wertvolle Nahrung. Diese marinen Lebensräume sind hoch dynamisch und verändern sich stetig. So haben etwa der Meeresspiegelanstieg, Sturmfluten, Baumaßnahmen oder auch der Eintrag von Nährstoffen maßgeblichen Einfluss auf das Ökosystem. Bisher gibt es allerdings nur wenige detaillierte und flächenhafte Informationen über die sedimentologische Ausbildung des Meeresbodens in den Flachwasserzonen bis in die Uferbereiche entlang der Ostseeküste. Diese Lücke schließt nun eine neue Studie, die unter Federführung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) kürzlich in der Fachzeitschrift Geosciences erschienen ist.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Geowissenschaften der Uni Kiel haben daher gemeinsam mit ihren Partnern von der Benthosökologie des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in mehrjähriger Forschung die Dynamik von Steinvorkommen in der südwestlichen Ostsee am Beispiel von Testfeldern detailliert untersucht und ihre Funktion für die dort siedelnden Lebensgemeinschaften analysiert. Dabei ist es ihnen gelungen, mit einem transdisziplinären Ansatz eine Forschungsmethode zu entwickeln, mit der ein kohärentes Bild der Steinfelder aufgezeigt werden kann, das die Perspektiven der Geologie, Biologie und Ökologie vereint. „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Steinfelder in der Ostsee sich nicht nur in ihrer physikalischen Struktur unterscheiden, sondern auch hoch dynamisch sind,“ sagt Gitta Ann von Rönn, Erstautorin der Studie und Doktorandin in der Arbeitsgruppe Küstengeologie und Sedimentologie am Institut für Geowissenschaften an der Uni Kiel. „Die großen Steine sind weitaus weniger stabil als bisher angenommen. Mit unserer Methodik konnten wir erstmals mehrere, teilweise gleichzeitig ablaufende Prozesse identifizieren, die zu erheblichen Veränderungen der Struktur von Steinfeldern führen und damit auch die Besiedlung dieser Lebensräume entscheidend verändern können,“ so von Rönn weiter. Mehr erfahren...

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