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Der Gipfel des Okmok (Foto: Larsen, J. F. Alaska Volcano Observatory / University of Alaska Fairbanks, Geophysical Institute)

Ein Vulkanausbruch vor Alaska war eine Ursache für den Niedergang Roms

Naturwissenschaftler und Historiker lösen Rätsel der Klimageschichte

Der Ausbruch des Vulkans Okmok in Alaska im Jahr 43 vor unserer Zeitrechnung gilt als Ursache einer rätselhaften extremen Kälteperiode im antiken Rom. Das zeigt eine neue Studie eines internationalen Forscherteams, an der auch Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) mitgewirkt haben. Die Studie wurde jetzt in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.

Historische Quellen beschreiben um die Zeit von Julius Cäsars Tod im Jahr 44 v.u.Z. eine Periode ungewöhnlich kalten Klimas, die zu Ernteausfällen, Hungersnöten, Krankheiten und Unruhen im Mittelmeerraum geführt hat. Die Auswirkungen des extremen Klimas trugen letztlich zum Untergang der Römischen Republik und des ptolemäischen Königreichs in Ägypten bei. Historiker vermuten seit Langem, dass ein Vulkanausbruch die Ursache war, konnten aber bisher nicht feststellen, wo oder wann ein solcher Ausbruch stattgefunden hat, oder wie schwer er war.

Nun liefert ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Dr. Joe McConnell vom Institut für Wüstenforschung (DRI) in Reno, Nevada, Antworten auf diese Fragen. Das Team untersuchte Vulkanasche aus arktischen Eiskernen und konnte so den Zusammenhang zwischen dem Ausbruch des Vulkan Okmok auf den Aleuten-Inseln vor Alaska und einem bisher ungeklärten Kälteeinbruch im Mittelmeerraum herstellen.

„Es ist faszinierend Belege dafür zu finden, dass ein Vulkanausbruch auf der anderen Seite der Erde effektiv genug war, um zum Untergang der römischen Republik und des ptolemäischen Königreichs in Ägypten und letztlich zum Aufstieg des Römischen Kaiserreiches beizutragen“ sagte McConnell: „Es zeigt auf jeden Fall, wie vernetzt die Welt schon vor 2000 Jahren war.“

Diese Erkenntnis begann im Eiskernlabor des DRI, als McConnell und der Schweizer Forscher Prof. Dr. Michael Sigl vom Oeschger Zentrum für Klimawandelforschung an der Universität Bern im vergangenen Jahr in einer Eiskernprobe auf eine außergewöhnlich gut erhaltene Schicht von feinster Vulkanasche stießen. Sie beschlossen diese Eiskernprobe mit weiteren Kernen aus Grönland und Russland zu vergleichen.

AWI-Wissenschaftler liefern Eiskern Daten

Es ist kein Zufall, dass Joe McConnell beim AWI-Geowissenschaftler, Prof. Dr. Frank Wilhelms nachfragte, ob man einen Vulkanausbruch kurz vor Beginn unserer Zeitrechnung nachweisen könne.Ein wissenschaftlicher Fokus des AWI ist die Rekonstruktion atmosphärischer Zirkulationsmuster in der Arktis, um die Klimaentwicklung in der Vergangenheit besser zu verstehen. „Großräumige Klimarekonstruktionen aus so verschiedenen Archiven wie Eiskernen, Sedimentkernen und sogar Eiskeilen und vor allem auch die zusammenfassende Synthese der Daten zum Verständnis von Klimazuständen sind unsere Spezialität am AWI und weltweit einmalig,“ erklärt der Leiter des Potsdamer Isotopenlabors Dr. Hanno Meyer.
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