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Satellitenaufnahme der Great Bahama Bank. © NASA/ Landsat 8, Joshua Stevens

Eine Skulptur aus Meer und Kalk

Satellitenblick auf die Great Bahama Bank

Einzigartiges Kunstwerk der Natur: Diese beeindruckende Skulptur hat der Ozean im Laufe der Jahrtausende geformt. Zu sehen ist die Great Bahama Bank – der von der Erosion in Form geschliffene Gesteinssockel der zu den Bahamas gehörenden Insel Andros Island. Kalkstein und Karbonatsand bilden die feinziselierten Bögen und Schluchten dieser Formation.

Die Inseln der Bahamas sind vor allem für ihre karibischen Strände und das gute Wetter bekannt. Doch vor der Küste dieser Inseln hat die Natur eines ihrer beeindruckendsten Kunstwerke erschaffen. Ihr Rohmaterial waren die bis zu 4.500 Meter mächtigen Kalksteinsockel, auf denen viele dieser Inseln ruhen. Der Kalkstein dieser vom Meeresgrund aufragenden Karbonatplattformen wurde wahrscheinlich schon in der Kreidezeit gebildet. Urheber des Kalks sind aber nicht Korallen, sondern wahrscheinlich Cyanobakterien, die kalkhaltige Schwebstoffe ausschieden, wie Forscher im Jahr 2014 herausgefunden haben.

Während der Eiszeiten sanken weltweit die Meeresspiegel und der gesamte Kalksteinsockel der Bahamas fiel trocken. In dieser Zeit sorgten Winderosion und Verwitterung dafür, dass sich viele Spalten, Löcher und Höhlen im Kalk bildeten – für Karstgebiete an Land typische Gesteinsformationen. Doch als die letzte Eiszeit vor rund 12.000 Jahren endete, stieg auch das Meer wieder an. Die Kraft der Wellen und Strömungen prägte dem Kalkgestein fortan seine eigenen Formen auf.

Diese Aufnahme der Great Bahama Bank stammt vom Landsat-8-Satelliten der NASA, der am 15. Februar 2020 beim Flug über die Bahamas dieses Bild aufnahm. Zu sehen ist am unteren Bildrand das feine Rippelmuster der Karbonatsände, die der Insel vorgelagert sind. An diese schließen sich seewärts die größeren Kalksteinformationen an. Sie bilden überraschend schmale Rippen, Lamellen und Schluchten. Am oberen Bildrand kennzeichnen dunkle Farben den steilen Übergang der Karbonatplattform zur „Tongue oft he Ocean“, einem 2.000 Meter tiefer liegenden Tiefseearm, der zwischen die Inseln hineinreicht.

Quelle: NASA Earth Observatory
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