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Arbeiter bereiten mit einem Bohrgerät die Gewinnung von Sedimentkernen im Delta des Roten Flusses in Vietnam vor.

Eisenminerale schützen Grundwasser vor Arsen

Ein Team der TU Berlin und des Karlsruher Instituts für Technologie erforschten, warum die Konzentration des toxischen Elementes stark schwankt

Erhöhte Arsenwerte im Grundwasser sind ein Gesundheitsproblem, von dem weltweit über 100 Millionen Menschen betroffen sind. Dies trifft insbesondere auf die Deltaregionen in Südostasien zu. Ohne zentrale Trinkwasserversorgung ist die Bevölkerung auf das Arsen-verunreinigte Grundwasser als Trinkwasser angewiesen. Durch die Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen gelangt das toxische Element auf einem zusätzlichen Pfad in die Nahrungskette und gefährdet so die Gesundheit vieler Menschen.

Vergiftungserscheinungen stellen sich allerdings erst nach einigen Jahren regelmäßigen Wasserkonsums bei Menschen ein und können zu massiven Störungen des zentralen Nervensystems, zu Herzproblemen oder zu Krebs führen. Typische Zeichen einer fortgeschrittenen Arsenerkrankung sind dunkle Hautflecken an Handinnenflächen und Fußsohlen.

Wann wird ein „guter“ Brunnen zu einem „schlechten“ Brunnen?

Die Verunreinigungen mit Arsen schwanken in den betroffenen Gebieten jedoch sehr stark. Innerhalb von nur kurzen Distanzen können Brunnen sehr große Unterschiede in der Arsenkonzentration aufweisen. Teilweise liegen diese unterhalb des WHO-Grenzwertes von 10 Mikrogramm pro Liter, teilweise werden aber auch toxische Konzentrationen von über 500 Mikrogramm pro Liter erreicht. Diese kleinräumige Verteilung ist für die Bevölkerung hochriskant, da kaum vorhersagbar ist, ob ein Brunnen für längere Zeiträume unbedenkliches Trinkwasser liefert. Insofern ist die Frage offen, wie schnell und unter welchen Bedingungen der Arsengehalt im Grundwasser sich an einem Ort verändert und so ein „guter“ Brunnen zu einem „schlechten“ Brunnen wird.

Bekannt ist, dass hohe Arsenkonzentrationen nur in Sauerstoff-armen Grundgewässern auftreten. Im Gegensatz dazu, ist der Gehalt in Sauerstoff-reichen Grundgewässern nicht bedenklich. Beide Wasserkörper werden durch eine Übergangszone, einer sogenannten Redoxfront voneinander getrennt. Entscheidend für das Ausbreitungsverhalten von Arsen ist somit die Frage, wie stabil diese Redoxgrenzen im Untergrund bei strömendem Grundwasser sind. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

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