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Im Grand Canyon, aber auch anderswo fehlen in der Schichtung der Ablagerungen rund eine Milliarde Jahre. Hier markiert die rote Linie die Lage dieser "Great Unconformity". © Doug Dolde/ gemeinfrei

Erdgeschichte: Neues zur „Großen Lücke“

Rodinia war schuld am Verschwinden von Ablagerungen aus einer Milliarde Jahren Erdgeschichte

Verschwundene Schichten: Geologen haben Näheres zur Ursache der mysteriösen „Great Unconformity“ herausgefunden – einer rund eine Milliarde Jahre langen Lücke in den Gesteinsschichten des Grand Canyon und anderer Formationen weltweit. Demnach zeigen Mineralien beiderseits dieser Lücke, dass die fehlenden Schichten nicht auf einmal verschwanden. Stattdessen sorgten regional unterschiedliche Prozesse für die Abtragung. Dies stärkt die Hypothese, nach der das Zerbrechen des Urkontinents Rodinia der Auslöser für die große Lücke war.

Schon Charles Darwin rätselte darüber, warum an manchen Orten eine riesige Lücke in den chronologisch aufeinanderfolgenden Gesteinsschichten klafft: Ein Stück unterhalb der rund 540 Millionen Jahre alten Ablagerungen aus dem Kambrium folgt ein abrupter Wechsel zu Gesteinsschichten, die gut eine Milliarde Jahre älter sind. Besonders deutlich tritt diese „Great Unconformity“ im Grand Canyon zutage.

Aus Analysen der Gesteinsschichten beiderseits dieser großen Lücke schließen Geologen schon länger, dass die Ablagerungen dazwischen nicht von vornherein fehlten, sondern nachträglich durch eine großräumige Phase der Erosion abgetragen wurden. Umstritten blieb allerdings, ob diese Abtragung durch tektonische Prozesse wie die Bildung oder den Zerfall des Großkontinents Rodinia verursacht wurde, oder ob die fast globale Vergletscherung während der „Schneeball Erde„-Phase vor gut 700 Millionen Jahren die Gesteinsschichten abschliff.

Spurensuche im Grand Canyon

Jetzt liefern Analysen der „Great Unconformity“ im Grand Canyon neue Hinweise. Für ihre Studie haben Barra Peak von der University of Colorado in Boulder und ihre Kollegen Gesteinsproben von den Rändern der Lücke aus verschiedenen Abschnitten des Grand Canyon mithilfe der Thermochronology untersucht. Bei dieser verrät der Gehalt von Helium in Zirkonkristallen, ob ein Mineral im Laufe seiner Geschichte irgendwann stärker erhitzt wurde. Mehr erfahren...
(Nadja Podbregar, Scinexx)

 

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Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)