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Archivbild: Hangrutschung Öschinger Landhaussiedlung. Foto: Paul Fleuchaus

Erdrutsche besser vorhersagen: Was der Blick in Gefährdungskarten aus der Schwäbischen Alb lehrt

Eine Kombination von Geoinformationssystemen mit Statistiken vergangener Erdrutsche kann die Wahrscheinlichkeit künftiger Abgänge lokal eingrenzen und Prognosen zuverlässiger machen. Das betonen Forschende der TU Bergakademie Freiberg, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Würzburg in einer aktuellen Studie zu Gefährdungskarten am Beispiel der Schwäbischen Alb.

Die zerstörerische Kraft von Erd- und Hangrutschen, die durch Starkregen hervorgerufen werden kann, zeigte sich deutlich bei den jüngsten Flutkatastrophen in mehreren Regionen Deutschlands und Europas. Vor dem Hintergrund der Diskussion um die Bewertung der Vorhersagen weisen die Forschenden darauf hin, dass die bestehenden Methoden zur Ermittlung der Anfälligkeit – insbesondere für Erdrutsche – verbessert werden sollten.

„Kombinieren wir vorhandene Geodaten mit den Hangrutsch-Ereignissen einer bestimmten Region, ergeben sich neue Zusammenhänge, die es ermöglichen, realistische lokale Gefährdungsbereiche für Massenabgänge nach Starkregen auszuweisen“, sagt Christoph Butscher, Professor für Ingenieurgeologie der TU Bergakademie Freiberg. Für die Erstellung von Gefährdungskarten werden Faktoren wie beispielsweise Topografie und Bodenart statistisch betrachtet. Dabei wird ermittelt, wie oft eine Hangrutschung innerhalb einer bestimmten Klasse der Faktoren, beispielsweise bei 30° Hangneigung oder bei Tonsteinen im Untergrund, auftrat. Je häufiger eine Hangrutschung in einer Faktorklasse auftrat, desto mehr Gefährdungspunkte werden dem sogenannten Indexwert zugeordnet. Dieser verdeutlicht auf räumlich hochaufgelösten Karten die Gefährdung für Rutschungen in abgestuften Kategorien (zum Beispiel gering, mäßig, stark, sehr stark gefährdet). Typischerweise wird dies durch eine "Ampelsignatur" – grün bei geringer Gefährdung (niedrigem Indexwert), über gelb und orange bis rot bei sehr starker Gefährdung (hohem Indexwert) – dargestellt. Mehr erfahren..

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Erdölförderung im Emsland

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