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Durch dieses Tal südöstlich von Los Angeles verläuft die Mission-Creek-Störung – einer der Äste der San-Andreas-Verwerfung. Sie ist weit aktiver als bislang vermutet. © Kimberly Blisniuk/ San Jose State University (Quelle: scinexx)

Erhöhte Erdbebengefahr für Los Angeles?

Ausläufer der San-Andreas-Verwerfung bewegt sich mehr als gedacht

Unterschätzte Gefahr: An einem Ausläufer der südlichen San-Andreas-Verwerfung könnte ein Erdbeben drohen. Denn der Untergrund entlang der Mission-Creek-Störung bewegt sich mehr als bislang gedacht, wie Messungen historischer Versatzspuren nun belegen. Die Verwerfung könnte dadurch genug Spannung angestaut haben, um abrupt sechs bis neun Meter zu springen – das würde ein schweres Erdbeben im Hinterland von Los Angeles auslösen.

Kalifornien liegt auf einem tektonischen Schleudersitz und mit ihm die Millionenstädte Los Angeles und San Francisco. Denn unter ihnen bewegen sich die Nordamerikanische und die Pazifische Platte seitlich aneinander vorbei. Schon länger sagen Seismologen voraus, dass das nächste schwere Erdbeben nur eine Frage der Zeit ist. Denn an den Hauptverwerfungen der Plattengrenze, darunter der San-Andreas-Verwerfung und der Hayward-Spalte, ist eine Entladung der aufgestauten Spannungen längst überfällig.

Gewirr von Ausläufern der San-Andreas-Spalte

Das Problem jedoch: Die San-Andreas-Verwerfung ist in mehrere Äste aufgespalten, die jeweils unterschiedlich aktiv sind. Besonders unübersichtlich ist die seismologische Situation südlich von Los Angeles im Gebiet des Coachella Valley: „An diesem Abschnitt ist die San-Andreas-Verwerfung mehrsträngig und es ist unklar, welcher Strang den meisten Versatz erfährt und damit das höchste Risiko für einen Bruch aufweist“, erklären Kimberly Blisniuk von der San Jose State University und ihre Kollegen.

Gleich vier Ausläufer der Verwerfung durchziehen das Gebiet: die Mission-Creek-, Banning-, Garnet-Hill- und San-Gorgonio-Pass-Störung. Bisher gingen Seismologen davon aus, dass vor allem die letzten drei Seitenarme aktiv sind, dass aber die Mission-Creek-Verwerfung schon vor mehr als 100.000 Jahren durch einen Knick im Hauptast der San-Andreas-Spalte von der Plattenbewegung abgekoppelt wurde – und daher inaktiv ist. Mehr erfahren...

Quelle: Science Advances, Nadja Podbregar

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