Inhalt

EU-Projekt geht neue Wege bei der Gewinnung von Wertelementen

Im EU-Projekt ION4RAW entwickelt die TU Bergakademie Freiberg zusammen mit zwölf Partnern aus Europa und Peru neue Methoden zur Wertmetallgewinnung. Zum Einsatz kommt hierbei die Ionometallurgie: die Nutzung ionischer Flüssigkeiten für metallurgische Prozesse.

Im ION4RAW-Projekt wird eine energieeffiziente und materialschonende Technologie entwickelt, um bei der Verarbeitung von Kupfer-, Silber- und Golderzen die Mitgewinnung wertvoller Begleitmetalle zu ermöglichen. Im Fokus stehen wirtschaftsstrategisch wichtige Elemente wie Kobalt, Germanium, Indium, Antimon, Platin und Bismut. Das Innovationspotenzial ergibt sich aus der Verwendung besonderer Lösungsmittel, den Deep Eutectic Solvents. Hierbei handelt es sich um ionische Flüssigkeiten, also bei Raumtemperatur flüssige Salze, die herausragende chemische Eigenschaften für die Gewinnung von Metallen aufweisen, aber gleichzeitig gut biologisch abbaubar sind.

Das Projekt wird im EU-Rahmenprogramm Horizon 2020 gefördert und ist auf vier Jahre angelegt. An der TU Bergakademie Freiberg werden im Institut für Anorganische Chemie (Prof. Dr. Gero Frisch) chemische Vorgänge bei Extraktion und Trennung der Wertelemente untersucht. Das Institut für Technische Chemie (Prof. Dr. Martin Bertau) arbeitet am Scale-up und dem Recycling der ionischen Flüssigkeiten. Zum Konsortium gehören außerdem zwölf Bergbauunternehmen, KMUs, Forschungsinstitute und Ionnovationsträger. Die Projektpartner trafen sich am 13. und 14. Juni in Sevilla (Spanien) zum offiziellen Kick-Off-Meeting.

Die vielschichtigen Kompetenzen der Verbundpartner zielen auf eine besonders industrienahe Entwicklung. Der angestrebte Prozess ermöglicht es Bergbau- und rohstoffverarbeitenden Unternehmen, bisher ungenutzte Begleitelemente in ihren eigenen Anlagen zu gewinnen. Dies unterstützt den „EIT Raw Materials Strategic Implementation Plan“, der bisher unwirtschaftliche europäische Rohstoffvorkommen nutzbar machen soll. Mehr erfahren...

Kontextspalte

Kontakt

Deutsche Geologische
Gesellschaft – Geologische
Vereinigung e. V. (DGGV)

Geschäftsstelle Berlin
Rhinstraße 84
12681 Berlin

Ansprechpartnerin:
Frau Lara Müller-Ruhe
Tel. 030-509 640 48
E-Mail senden

www.dggv.de

Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)