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Überschwemmungen bei der Elbeflut 2013. Seit 1990 befindet sich Europa in einer der neun hochwasserreichsten Phasen der letzten 500 Jahre. © Mattis Kaminer

Europa: Hochwasser sind heute anders

Daten aus 500 Jahren zeigen fundamentalen Wandel von Timing und Bedingungen

Tiefgreifender Wandel: In den letzten 500 Jahren hat Europa neun besonders hochwasserreiche Phasen erlebt – eine davon sind die letzten 30 Jahre, wie eine Studie enthüllt. Doch die aktuelle Flutphase unterscheidet sich deutlich von ihren Vorgängern: Die Hochwasser liegen heute häufiger im Sommer und auch die Lufttemperaturen sind höher. Das deute auf einen grundlegenden Wandel der hydrologischen Bedingungen hin, so die Forscher im Fachmagazin „Nature“.

In den letzten Jahren scheint Europa ein wahres Wechselbad aus Dürren und Überschwemmungen zu erleben. Dabei führen Starkregen und besonders regenreiche Sturmtiefs immer wieder dazu, dass Flüsse über die Ufer treten und Straßen, Orte und ganze Landstriche durch „Jahrhundertfluten“ überschwemmt werden. Klimaforscher prognostizieren zudem, dass Starkregen und hochwasserträchtige Wetterlagen in Zukunft häufiger werden könnten.

Ausreißer oder natürliche Schwankung?

Doch wie ungewöhnlich sind Perioden gehäufter Überflutungen für Europa? Ist das wirklich der Klimawandel oder nur eine ganz natürliche Klimaphase, wie es sie in der Vergangenheit schon häufiger gab? „Um zu wissen, ob die letzten Jahrzehnte außergewöhnlich sind, muss man die hochwasserreichen Perioden der Vergangenheit und ihre Merkmale identifizieren und mit der Gegenwart vergleichen“, erklären Günter Blöschl von der TU Wien und seine Kollegen.

Für ihre Studie haben die Forscher historische Berichte über Überflutungen aus der Zeit von 1500 bis 2016 zusammengetragen und ausgewertet. „Die große Herausforderung war es dabei, die sehr unterschiedlichen Texte aus verschiedenen Jahrhunderten und kulturellen Regionen vergleichbar zu machen“, erklärt Blöschls Kollegin Andrea Kiss. Um die mehr als 9.500 in den Dokumenten erwähnten Flutereignisse einzuordnen, entwickelten die Forscher einen speziellen Intensitätsindex. Mehr erfahren...

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