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Polarstern in der Atka-Bucht, Antarktis, mit Logo zum Jahr der Geowissenschaften, 2002 Foto: Hannes Grobe, Alfred Wegener Institute - Self-published work

Forschungsreise vor 30 Jahren - Als die Polarstern erstmals den Nordpol erreichte

Am 7. September 1991 gelangte mit dem Eisbrecher Polarstern erstmals ein konventionell betriebenes Schiff zum Nordpol. 30 Jahre später sind die damals mitgereisten Forscher in akuter Sorge um das Eis am nördlichsten Punkt der Welt. Und warnen vor dramatischen Folgen.
Von Monika Seynsche

Im Sommer 1991 brachen sich die Wellen des arktischen Ozeans am Bug zweier Schiffe. Die beiden Forschungseisbrecher, die deutsche Polarstern und die schwedische „Oden“, nahmen Kurs Richtung Norden. Als Student mit an Bord war der heutige Leiter der Meereisforschung am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, Christian Haas:

„Das war so ein bisschen eine Fahrt ins Ungewisse: Wie würde das Eis sein? Würden wir hinkommen? Würden wir steckenbleiben und nicht uns selber mehr bewegen können, sondern vom Eis eingeschlossen werden? Und dieser Eindruck ist natürlich dadurch noch verstärkt worden, dass das Wetter sehr schlecht war. Im Sommer ist es in der Arktis extrem neblig, und ich glaube, insgesamt hatten wir weniger als 24 Stunden Sonnenschein, trotz des Polartages. Und der Nebel und das dunkle Licht hat dem Ganzen natürlich noch mehr Spannung und eine bedrohliche Atmosphäre gegeben.“

„Wir haben da gegrillt, Glühwein getrunken“

Um kostbaren Treibstoff zu sparen, wechselten sich die beiden Schiffe immer wieder damit ab, einen Weg durchs Eis zu brechen. Mit voller Motorkraft rammten sie die mehrere Meter dicken Eisplatten und kämpften sich mühsam voran. Bislang war es nur ungleich stärkeren sowjetischen Atomeisbrechern gelungen, so weit nach Norden vorzudringen. Am 7. September 1991 dann waren die Oden und die Polarstern als erste konventionell betriebene Eisbrecher am Nordpol angekommen. Christian Haas erinnert sich:

„Wir haben an der Eisscholle angelegt, alle sind aufs Eis gegangen, wir haben da gegrillt, Glühwein getrunken, Fußball gespielt und uns gegenseitig besucht. Und ja, das war also ein wirklich tolles Fest und ein tolles Ereignis auch durch die Internationalität und das Neue und den Rekord, den wir aufgestellt haben sozusagen.“

Nordpol nicht eigentliches Ziel der Expedition 

Vor ihnen hatten erst wenige Menschen den Nordpol erreicht. 1909 war das seinen eigenen Angaben zufolge dem Amerikaner Robert Peary gelungen, allerdings gab es erhebliche Zweifel an seinen Schilderungen. 1968 hatten dann erwiesenermaßen vier Amerikaner mit Schneemobilen den nördlichsten Punkt der Welt erreicht, neun Jahre später die Sowjets mit einem nuklear betriebenen Eisbrecher. Doch bei der Fahrt der Oden und der Polarstern 1991 war der Nordpol gar nicht das erklärte Ziel der Expedition. Die Schiffe waren aufgebrochen, um die Geophysik des arktischen Ozeans zu erforschen. Der Nordpol selbst liegt in einem eher unspektakulären Bereich dieses Meeres. Mehr erfahren....

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