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Lebendrekonstruktion eines Metoposauriers. © Sudipta Kalita

Fossiles Wachstum gibt Aufschluss über das Klima

Forscher der Universitäten Bonn und Opole untersuchten Knochen des rätselhaften Panthasaurus maleriensis

Panthasaurus maleriensis lebte vor rund 225 Millionen Jahren im heutigen Indien. Er ist ein Vorfahre der heutigen Amphibien und galt bislang als rätselhaftester Vertreter der Metoposauridae. Paläontologen der Universitäten Bonn und Opole (Polen) untersuchten das Knochengewebe des Fossils und verglichen es mit anderen Vertretern der Familie auch aus der Trias. Sie entdeckten im Knochen Phasen langsameren und schnelleren Wachstums, die offensichtlich vom Klima abhingen. Die Ergebnisse sind nun im Journal „PeerJ“ veröffentlicht.

Temnospondyli zählen zu den Vorfahren der heutigen Amphibien. Diese Tiergruppe ist bereits vor langer Zeit ausgestorben – in der frühen Kreide vor etwa 120 Millionen Jahren. Zu den Temnospondyli zählen auch die Metoposauridae – eine fossile Gruppe, die ausschließlich in der späten Trias vor etwa 225 Millionen Jahren lebte. Überreste dieser Vorfahren kommen fast auf jedem Kontinent vor. In Europa sind sie vor allem in Polen, Portugal und auch in Süddeutschland zu finden.

Panthasaurus maleriensis, der bislang rätselhafteste Vertreter der Metoposauridae, lebte im heutigen Indien, in der Nähe der Stadt Boyapally. „Es gab bisher kaum Untersuchungsmöglichkeiten, weil die Fossilien nur sehr schwer zugänglich waren“, sagt Elzbieta Teschner von der Universität Opole (Polen), die in der Paläontologie in der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Martin Sander an der Universität Bonn promoviert. Die Forscher der Universitäten Bonn und Opole haben nun zusammen mit den Kollegen des Indian Statistical Institute in Kalkutta (Indien) erstmals das Gewebe fossiler Knochen eines Metoposauriers aus der Südlichen Hemisphäre untersucht. Das einem Krokodil ähnliche Amphibium konnte bis zu drei Meter lang werden.

Wertvoller Einblick ins Knocheninnere

„Das untersuchte Taxon heißt Panthasaurus maleriensis und wurde in der Maleri Formation in Zentralindien gefunden“, kommentiert Teschner den Namen. Bisher wurde das Fossil lediglich morphologisch anhand seiner äußeren Gestalt untersucht. „Die Histologie als die Lehre von den Geweben hingegen, gibt uns einen wertvollen Einblick ins Knocheninnere“, sagt Dr. Dorota Konietzko-Meier vom Institut für Geowissenschaften der Universität Bonn. Mit den histologischen Befunden können Rückschlüsse auf das Alter, den Lebensraum und sogar das Klima zur Lebenszeit gezogen werden. Mehr erfahren...

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