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Ein Erdbeben erschütterte am 15.11.17 die südkoreanische Hafenstadt Pohang. Bild: Wikimedia/sphinx222 (CC BY-SA 4.0)

Geothermieprojekt löste Erdbeben aus

Eine große Untersuchungskommission, die im Auftrag der südkoreanischen Regierung das Magnitude-5,5-Erdbeben in der Hafenstadt Pohang und den Zusammenhang mit einem Geothermieprojekt in unmittelbarer Nähe klären sollte, hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die Experten weisen dem Projekt eindeutig die Rolle des Auslösers zu. Es wurde mittlerweile durch die Regierung beendet.

"Das Pohang-Erdbeben wurde durch das Geothermieprojekt ausgelöst." Der Befund im Expertenbericht lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Am 15. November 2017 hatte ein Erdbeben der Magnitude 5,5 die südkoreanische Hafenstadt getroffen. 135 Menschen wurden nach Angaben der Bank von Korea verletzt, über 1700 mussten ihre Häuser verlassen, der direkte und indirekte Schaden betrug rund 375 Millionen Dollar. Schon damals wurden Mutmaßungen laut, dass ein Geothermieprojekt in weniger als einem Kilometer Entfernung vom Epizentrum für das Beben im tektonisch eigentlich ruhigen Korea verantwortlich sei.

Die südkoreanische Regierung setzte eine Untersuchungskommission unter Leitung von Kang-Kun Lee ein, dem Vorsitzenden der Geologischen Gesellschaft Koreas. Rund 1,5 Jahre nach dem Beben hat diese Kommission jetzt ihren Bericht vorgelegt, darin enthalten eine akribische Untersuchung der Vorgänge durch ein internationales Expertenteam. "Injektionen in die Bohrung PX-2 induzierten Erdbeben auf einer zuvor nicht bekannten Störung", erklärt Shemin Ge, Vorsitzende des Expertenteams und Geologie-Professorin an der Universität von Colorado in Boulder, auf Anfrage, "diese Erdbeben haben dann das Hauptbeben vom 15. November 2017 ausgelöst."

Pilotprojekt sollte Geothermiepotential demonstrieren

Seit 2012 liefen die Arbeiten an dem Pilotprojekt, mit dem die Regierung die Energieversorgung des Landes diversifizieren wollte. Das Gebiet um Pohang gehört zu den Arealen auf der koreanischen Halbinsel mit dem höchsten Energiefluss. Ein geothermisches Kraftwerk drängte sich förmlich auf. Bis 2016 wurden zwei Explorationsbohrungen PX-1 und PX-2 bis in mehr als 4500 Meter Tiefe abgeteuft. Seit 2016 wurden insgesamt fünf Einleitungsversuche an beiden Bohrlöchern durchgeführt, der letzte im August an PX-1 und September 2017 an PX-2. Dabei wird unter hohem Druck Wasser in das Gestein gepresst, das dort die Klüfte und Wegsamkeiten aufweiten soll. Später dient eine solche Formation dann als Wärmetauscher für das Geothermiekraftwerk. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)