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Bohrkerne der IODP-Expedition 364 in den Chicxulub-Krater bei der ersten Begutachtung am Bremer MARUM Bild: ELeBer@ECORD_IODP

Gigantisches Pech gehabt

Vor 65 Millionen Jahren traf ein riesiger Asteroid die Erde und beendete nach derzeitigem, allerdings nicht unumstrittenem Stand der Forschung die Herrschaft der Dinosaurier. 2016 bohrte ein großes internationales Team im Rahmen des Internationalen Tiefseebohrprogramms IODP in den Chicxulub-Krater vor der Küste Yucatáns in Mexiko. Seither laufen die Bearbeitungen der Bohrkerne. In "Science Advances" und "Nature Communications" berichteten Expeditionsteilnehmer jetzt über den Einschlag.

Die Dinosaurier und ihre Zeitgenossen hatten in gleich mehrerer Hinsicht Pech: Der Asteroid, der ihrem Zeitalter offenbar doch ein Ende setzte, traf in einem ungünstigen Winkel von 60 Grad auf die Oberfläche eines flachen tropischen Meeres und er traf in ein Gebiet mit großen Gipsvorkommen. "Mit dem 60-Grad-Winkel haben wir gleich zwei Effekte: einmal ein sehr, sehr großmaßstäbliches Aufschmelzen und Verdampfen der Erdkruste und durch die Schiefe auch ein sehr aktives Herausschleudern von Material in die Erdatmosphäre", erklärt der Geologe Ullrich Riller von der Universität Hamburg.

Verdampft und weiträumig verteilt wurde zudem das Sulfatmineral Gips, und so gelangten nicht nur viel Wasser und Staub bis in die Stratosphäre, das zweite Atmosphärenstockwerk, sondern auch große Mengen von Schwefelgasen. Schwefelaerosole aber wirken dort ausgesprochen effektiv als Sonnenschirm. Die Folge: Die Temperaturen stürzten weltweit nach dem Einschlag ab, und dieser Einschlagswinter sollte Jahre dauern.

Am Einschlagsort entstand ein gigantisches Hydrothermalsystem. Vom Impakt blieb im Untergrund eine etwa drei Kilometer mächtige Magmablase zurück, die Grundwasser bis zum Verdampfen aufheizen konnte. Das Grundwasser zirkulierte dann über Risse, Spalten und Porenräume in dem durch den Einschlag vollkommen zerrütteten Untergrund. Dieses Hydrothermalsystem füllte den gesamten Krater, und war mit etwa 180 Kilometer fast zehnmal größer als das Hydrothermalsystem, das heutzutage die vielfältigen Geysire im rund 9000 Quadratkilometer großen Yellowstone Nationalpark der USA antreibt. "Es dauerte wahrscheinlich zwei, vielleicht drei Millionen Jahre, ehe das Magma und damit dieses gesamte System wieder abgekühlt war", berichtet David Kring vom Lunar and Planetary Institute in Houston. Mehr erfahren...

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