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Ein Wissenschaftler der Università Milano-Bicocca auf dem Morteratsch-Gletscher im Engadin (Uni MiB/Giovanni Baccolo)

Gletschersediment mit Überraschungen

Viele Gletscher und die Eiskappen an den Polen gehören zu den entlegensten Gebieten der Erde. Doch selbst auf ihnen landen Staub und Dreck vom Rest der Welt, und das in gar nicht geringen Mengen. Auffällig wird das, wenn Schmelzwasser die Ablagerungen einsammelt und konzentriert. Dann entstehen dunkle Löcher in der blendend weißen Oberfläche, die schon von 150 Jahren dem schwedischen Polarforscher Adolf Erik Nordenskiöld im innergrönländischen Eis auffielen. Nordenskiöld nannte den tiefschwarzen Schlamm in den Löchern Kryokonit, heutige Eisforscher sehen in ihm ein interessantes Forschungsfeld.

"Kryokonit besteht nicht nur aus Mineralstaub, sondern auch aus organischem Material, es ist geradezu ein Brennpunkt des mikrobiellen Lebens", betont Giovanni Baccolo, Postdoc an der italienischen Universität Milano-Bicocca. Die Jahrestagung der Europäischen Geowissenschaftlichen Union in Wien widmete dem Material im April eine ganze Serie von Vorträgen. So bildet das Material die Basis für ein überraschend komplexes Ökosystem, aber es ist auch ein hervorragender Speicher für alle möglichen Umweltschadstoffe und insbesondere für radioaktive Substanzen. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)