Inhalt

160 Kilometer lang und 48 Kilometer breit ist der Paläo-See, den Forscher im Nordwesten Grönlands unter dem Eis entdeckt haben.© Paxman et al., EPSL, 2020

Grönland: Urzeit-See unter dem Eis entdeckt

Sedimentbecken könnte einzigartige Zeugnisse aus der eisfreien Zeit Grönlands bergen

Spannender Fund: Nahe einer verlassenen US-Militärbasis im Nordwesten Grönlands haben Forscher die Relikte eines Urzeit-Sees aufgespürt. Das riesige Sedimentbecken ist rund 7.100 Quadratkilometer groß und liegt heute unter 1,8 Kilometer dickem Eis verborgen. In Grönlands warmer Vergangenheit aber lag dieser See frei. Seine Ablagerungen könnten daher einzigartige Zeugnisse der Lebenswelt zu jener Zeit bergen.

Grönland ist heute von einem mehrere Kilometer dicken Eispanzer bedeckt. Er speist die Küstengletscher und beherbergt zahlreiche subglaziale Seen und Schmelzwasserströme. Sogar ein gewaltiger Canyon ist tief unter dem Grönland-Eis verborgen. Doch die arktische Insel war nicht immer so eisig: Vor mehr als 2,5 Millionen Jahren könnte sie noch weitgehend eisfrei gewesen sein und auch in der Zeit danach durchlebte Grönland immer wieder wärmere, zumindest teilweise eisfreie Zeiten.

Doch wann genau Grönland zuletzt eisfrei war und welche Lebenswelt sich damals in dieser Region tummelte, ist bislang weitgehend unbekannt. Die kilometerdicke Eiskruste macht es schwer, Fossilien und andere Relikte aus dieser Zeit zu finden.

Riesiges Becken unter dem Eis

Jetzt jedoch könnten Forscher eine Zeitkapsel aus Grönlands wärmerer Vergangenheit entdeckt haben: die Relikte eines großen urzeitlichen Sees. Eigentlich wollten Guy Paxman und sein Team von der Columbia University in New York nur den Eisschild im Nordwesten Grönlands genauer kartieren. Dafür werteten sie Radardaten der NASA-Mission IceBridge aus, aber auch Schwerefeld- und Magnetmessungen.

Dabei stießen sie ganz in der Nähe der ehemaligen US-Militärbasis Camp Century auf eine auffallende Struktur: Der Gesteinsuntergrund bildete dort ein ausgedehntes Becken mit einer steileren Kante im Nordosten und einem flacher abfallenden Ufer im Südwesten. Die Radardaten ergaben, dass dieses Becken rund 7.100 Quadratkilometer umfasst und 160 Kilometer lang ist. Mehr erfahren...

Kontextspalte

Kontakt

Deutsche Geologische
Gesellschaft – Geologische
Vereinigung e. V. (DGGV)

Geschäftsstelle Berlin
Rhinstraße 84
12681 Berlin

Ansprechpartnerin:
Frau Lara Müller-Ruhe
Tel. 030-509 640 48
E-Mail senden

www.dggv.de

Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)