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© MUSEUM FÜR NATURKUNDE (AUSSCHNITT)

Herkunft der berühmtesten Feder Deutschlands geklärt

Stammt sie von einem Dinosaurier oder vom Urvogel Archaeopteryx? Eine neue Untersuchung klärt die Herkunft des ersten bekannten Federfossils.
von Daniel Lingenhöhl

Die bekanntesten Fossilien, die aus Deutschland stammen, sind sicherlich die Versteinerungen von Archaeopteryx, dem »Urvogel«. Erstmalig beschrieben wurde die Art 1861 allerdings ausgerechnet anhand einer Feder, dessen Abstammung vom frühen Vogel 2019 stark angezweifelt wurde. Doch Widerspruch ließ nicht lange auf sich warten: Ryan Carney von der University of South Florida in Tampa und zwei Kollegen weisen in den »Scientific Reports« diese These zurück und legen neue Belege vor, die klar auf Archaeopteryx als Träger dieser Feder hinweisen.

Bei der Versteinerung handelt es sich demnach um eine Handdeckenfeder. Diese Federn liegen über den eigentlichen Handschwingen, mit denen sich der Urvogel wie seine evolutionären Nachfahren in die Luft erheben konnte. Neun Eigenschaften der Feder untersuchten die Männer, darunter auch den langen Kiel, und verglichen sie mit jenen moderner Vogelarten. Zudem studierten sie die 13 bislang bekannten Skelette von Archaeopteryx, von denen wiederum noch drei selbst diese Handdecken besitzen. Die Feder stammte aus der gleichen Fundschicht wie vier der vorhandenen Vogelfossilien, so dass sie auch zeitlich ins Zeitalter von Archaeopteryx passt.

»Seit 159 Jahren diskutieren wir, ob die Feder zu Archaeopteryx gehört oder nicht, wo sie am Körper saß und welche Farbe sie hatte. Unsere Detektivarbeit, die neue Techniken mit alten Fossilien und Studien verknüpfte, konnte dieses Rätsel endlich lösen«, sagt Carney. Er und sein Team legten sich sogar darauf fest, dass die Feder am linken Flügel saß und Melanosomen aufwies. Sie war vermutlich komplett mattschwarz und nicht schwarz und weiß, wie andere Untersuchungen nahelegten. Eine Fortsetzung dürfte wohl dennoch folgen. Mehr erfahren...

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