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Permafrost-Landschaft in Alaska mit Highway und Öl-Pipeline auf dem gefrorenen Boden. Das Auftauen des Permafrosts verursacht weitreichende Veränderungen, die sowohl das Gleichgewicht des Ökosystems als auch die Stabilität von Infrastrukturen beeinträchtigen.© Thomas Schneider von Deimling (Alfred Wegener Institut Potsdam)

Hintergründe zum nächsten Weltklimabericht des IPCC, Folge #3

Kippelement Permafrost? Wenn ganze Landstriche den Boden unter den Füßen verlieren

Der Weltklimarat IPCC erstellt zurzeit seinen Sechsten Sachstandsbericht. In mehreren Bänden wird dieser den aktuellen Kenntnisstand zum Klimawandel zusammenfassen und einordnen. Der erste Band „Naturwissenschaftliche Grundlagen" erscheint voraussichtlich am 9. August 2021. Auf der Website der Deutschen IPCC-Koordinierungsstelle finden Sie aktuelle Informationen dazu.

Mit einer Serie von Meldungen stellen wir Ihnen Projekte aus der BMBF-Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit (FONA) vor, die sich mit Themen beschäftigen, die für den IPCC-Bericht wichtig sind. Denn Forschung liefert die Grundlage für faktenbasierte und informierte politische und gesellschaftliche Entscheidungen zum Umgang mit dem Klimawandel.

Kipppunkte im Klima: Wenn es kein Zurück mehr gibt

Nicht alle Veränderungen auf der Erde laufen bei fortschreitendem Klimawandel gleichmäßig ab. Einige Systeme verändern sich sprunghaft und zum Teil unumkehrbar in einen anderen Zustand, wenn bestimmte Schwellenwerte überschritten werden – sie „kippen". Hier spielen Prozesse eine Rolle, die sich selbst verstärken und dadurch immer weiterlaufen, sobald sie einmal angestoßen sind. Oft heizen sie das Klima langfristig noch weiter an. Es besteht außerdem die Gefahr, dass durch Rückkopplungsprozesse eine Kettenreaktion ausgelöst wird, bei der weitere Kipppunkte überschritten werden. Auf diese Weise könnten auch Teile des Erdsystems „kippen", die vom ursprünglichen Kippelement weit entfernt sind.

Der IPCC hat zum ersten Mal im Dritten Sachstandsbericht von 2001 auf die mögliche Rolle von Kippelementen hingewiesen. Seitdem hat sich das Verständnis über die grundlegenden Prozesse, die diese sprunghaften Veränderungen verursachen, stark verbessert und viele Zusammenhänge sind wissenschaftlich untersucht. Die aktuellen IPCC-Sonderberichte über 1,5 °C globale Erwärmung (SR1.5) von 2018 und über den Ozean und die Kryosphäre (SROCC) von 2019 haben gezeigt, dass viele Kipppunkte bereits bei einer globalen Erwärmung zwischen 1 °C und 2 °C überschritten werden könnten. Mehr erfahren...

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Erdölförderung im Emsland

Erdölförderung im Emsland (Foto: Wintershall Holding GmbH)