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Das Wasserfiltrationssystem wird an einer Untersuchungsstelle in der Framstraße ins Wasser gebracht. © Melanie Bergmann, AWI

Neue Studie: Framstraße wird Endlager für Plastikteilchen

In der Framstraße, der Meeresregion zwischen Grönland und Spitzbergen, werden seit Jahren hohe Konzentrationen von Mikroplastik gemessen. Ein Wissenschaftlerteam hat jetzt im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten Projekts BASEMAN herausgefunden, dass Meeresströmungen die Plastikpartikel über weite Strecken dorthin tragen.

Mikroplastik ist überall. Selbst in entlegenen, nahezu unberührten Regionen wie der Arktis haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den vergangenen Jahren massenweise Kunststoffteilchen nachgewiesen. Die weniger als fünf Millimeter kleinen Partikel werden zumeist durch den langsamen Zerfall von Plastikmüll im Ozean freigesetzt. Sie können aber auch bereits an Land entstehen und mit dem Wind oder über Abflüsse ins Meer gelangen.

In der Arktisregion steht vor allem die Framstraße im Blickpunkt der Forschung. Die dort festgestellten Mikroplastik-Konzentrationen erreichen seit Jahren immer neue Rekordwerte. So wurden bei jüngsten Probennahmen im Meereis bis zu 12.000 Kunststoffteilchen pro Liter gemessen, was eine Verdopplung gegenüber früheren Untersuchungen darstellt. In der Tiefsee stieg die nachgewiesene Menge innerhalb von zehn Jahren sogar um das 20-fache. 

Hohe Belastungen mit Plastikpartikeln wurden von einem Forscherteam des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) jetzt erneut in der Meeresregion zwischen Grönland und Spitzbergen nachgewiesen. Sie haben Mikroplastik-Konzentrationen in der gesamten Wassersäule sowie im Meeresboden gemessen und durch Modellsimulationen auch eine Erklärung für diese zunehmende Verschmutzung gefunden. Demnach tragen die zwei Hauptmeeresströmungen die mikroskopisch kleinen Kunststoffteilchen sowohl aus der Arktis als auch aus dem Nordatlantik in die Framstraße ein. Auf ihrem Weg dorthin driften die Kunststoffteilchen dann allmählich in die Tiefe und reichern sich am Meeresboden an. Mehr erfahren...

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