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Die irdische Kontinentkruste wuchs nicht gleichmäßig heran, sondern in sechs Schüben, wie Isotopendaten nahelegen. © Marko Rupena/ Getty images Quelle: scinexx

Irdische Kontinente wuchsen in Schüben

Geologen identifizieren sechs Phasen verstärkter Neubildung kontinentaler Kruste

Neue Sicht auf die Erdgeschichte: Die Kontinente der Erde haben sich offenbar anders entwickelt als gedacht, wie Isotopenanalysen nahelegen. Demnach entstand neue kontinentale Erdkruste im Verlauf der Erdgeschichte nicht gleichmäßig, sondern in sechs Schüben. Zudem war der Silikatgehalt der Kontinentkruste schon vor 3,7 Milliarden Jahren ähnlich hoch wie heute – bisher gingen einige Geologen von einem abrupten Anstieg mit Beginn der Plattentektonik aus.

Am Anfang war der Ozean: Bevor die irdischen Landmassen entstanden, bestand die Kruste unseres Planeten vorwiegend aus basaltischer, ozeanischer Kruste. Erst später entstand auch die silikatreichere kontinentale Kruste und die ersten Landmassen erhoben sich aus dem Meer – so die gängige Theorie. Als möglicher Auslöser dafür gilt der Beginn der Plattentektonik und das Auftürmen erster Gebirge. Doch wann und wie sich dies ereignete, ist aufgrund widersprüchlicher Daten unklar.

Zeitreise mit Sediment-Isotopen

„Unser Wissen über die Geschichte der Kontinente ist alles andere als vollständig“, erklärt Marion Garçon von der Universität Clermont-Auvergne und der ETH Zürich. So ist neben dem Beginn der Plattentektonik auch umstritten, wie gleichmäßig die kontinentale Kruste wuchs und ob sich ihre Zusammensetzung im Laufe der Erdgeschichte geändert hat. Einigen Studien zufolge soll es vor 2,5 bis 3 Milliarden Jahren einen abrupten Anstieg im Silikatgehalt gegeben haben – möglicherweise im Zusammenhang mit dem Beginn der Plattentektonik.

Um diese Fragen zu klären, hat Garçon nun mehr als 2.600 Isotopendaten von Sedimentgesteinen verschiedenen Alters ausgewertet – von der Zeit vor rund 3,7 Milliarden Jahren bis heute. Im Speziellen verglich sie dabei das Verhältnis der Isotope Samarium-147 zu Neodym-144, aus dem sich auf den Silikatgehalt der Kontinentkruste zum Zeitpunkt der Sediment-Entstehung schließen lässt. Zusätzlich wertete sie das Verhältnis von Neodym-143 zu Neodym-144 aus, das den Anteil junger Kontinentkruste verrät. Mehr erfahren...

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