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Klimaneutral Heizen – Geothermie als Motor der Wärmewende

Die Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW) plant eine umfassende finanzielle Unterstützung erneuerbare Systeme zur Fernwärmeerzeugung.

Aktuell werden etwa zwei Drittel der Fernwärme in Deutschland aus fossilen Energieträgern gewonnen. Der Anteil an erneuerbaren Energien liegt hier nur bei etwa 18 Prozent und wird fast ausschließlich aus Biomasse gewonnen. Um das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, muss der Anteil erneuerbarer Energien in unseren Fernwärmenetzen bis Ende des Jahrzehnts auf ungefähr 45 Prozent steigen.

Die Potentiale geothermaler Anlagen sind im Bereich der Fernwärme bislang weitgehend ungenutzt. Dabei zeigen Beispiele wie die Geothermie-Anlage der Messestadt Riem in München, dass Geothermie in Gebieten mit einem günstigen geothermalen Gradienten einen erheblichen Anteil zur Fernwärmeversorgung beitragen kann. Die Anlage der Messestadt ist seit 2004 in Betrieb und fördert aus etwa 3000 Metern Tiefe 93 °C heißes Thermalwasser an die Oberfläche. Nach Angaben der Stadtverwaltung München deckt die Anlage 88 Prozent des Wärmebedarfs der Messestadt.

Effiziente Wärmepumpen zur Dekarbonisierung der Fernwärme

Zur Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien im Fernwärmesektor spielen Wärmepumpen eine maßgebliche Rolle. Mittels Wärmepumpen ließe sich auch in Gebieten mit niedrigerem geothermischem Gradienten Wärme in das Netz einspeisen. Unter guten Bedingungen können so mit einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Heizwärme erzeugt werden. Großwärmepumpen arbeiten dabei besonders effizient, weil sie keinen großen Temperaturhub leisten müssen, betont Dietrich Schmidt vom Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE).

Klimaneutrale Fernwärmealternativen müssen gefördert werden

Tiefengeothermie und Wärmepumpen machen derzeit nicht einmal ein Prozent der Fernwärmeerzeugung aus. Vor allem der Kostenfaktor ist in diesem Zusammenhang ein Problem: „Mit erneuerbaren Energien Fernwärme zu erzeugen, ist unter heutigen Rahmenbedingungen teurer als mit Erdgas oder Kohle“ erklärt Dr. Matthias Sandrock vom Hamburg Institut, einem Beratungsunternehmen für die Energiebranche. Um das zu ändern ist besonders die Bundesregierung gefordert. Die Bundesförderung effiziente Wärmenetze plant deshalb eine umfassende finanzielle Unterstützung beim Ausbau klimaneutraler Fernwärme. Das Förderprogramm Wärmenetze 4.0 legt dabei den Fokus auf den Neubau oder die Transformation hin zu innovativen und erneuerbaren Wärmenetzen. Mehr erfahren...

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